Es war wohl der härteste Wahlkampf des Jahres 2014 im Coburger Land. Bernd Höfer (CSU) setzte sich dabei mit 64,8 Prozent der Stimmen gegen den Amtsinhaber Josef Brunner (SPD/35,2 Prozent) durch. An der enorm hohen Wahlbeteiligung von 78,7 Prozent zeigte sich, welche Brisanz die Bürgermeister vor drei Jahren in Meeder hatte.



Diese Fragen haben wir gestellt.



1. Sie sind jetzt seit gut drei Jahren Bürgermeister. Haben Sie sich dieses Amt und die damit verbundenen Aufgaben in etwa so vorgestellt?

2. Welche Projekte konnten Sie bereits umsetzen und anstoßen?

3. Gab es schon Enttäuschungen im Amt?

4. Was würden Sie bis zum Ende der Wahlperiode noch gerne erreichen?

5. Gibt es bereits eine schöne oder lustige Anekdote, die Sie uns aus Ihrem Bürgermeisterleben erzählen können?




1.Ein klares Ja in allen Bereichen. Sicher muss man hierzu auch erwähnen, dass ich seit 1995 im Rathaus tätig bin und mir hierdurch viele Jahre - vor Amtsantritt 2014 - die Tätigkeiten der Amtsführung sowie der damit verbundenen Verpflichtungen bewusst waren. Es gab also im Großen und Ganzen keine Überraschungen, sondern für mich gut abschätzbare Aufgaben.


2.Wo soll ich da anfangen... Ich habe anfangs mal versucht, alle Wahlversprechen und Vorhaben mitzuschreiben und abzuhaken. Die Liste kann ich gerne mal zusenden. Aber vielleicht kann man es auch in Kurzform in etwa so zusammenfassen: Es sind viele Maßnahmen in die Wege geleitet oder erfolgreich abgeschlossen worden, welche jahrelang nicht angegangen wurden. Insbesondere wichtige Straßenabschnitte wurden saniert oder endlich neu gebaut: Industriegebiet, Neubaugebiete, Ortsstraßensanierungen, Baugebiete geschaffen für neue Mitbürger, kulturelle und soziale Einrichtungen neu geschaffen, aufgegriffen oder neu belebt. Weitere Stichworte: Gemeinschaftsbaum, Sagenweg, Bürgerbus, Seniorenarbeit in Kooperation mit Lautertal aufgebaut, Vereinsförderung angehoben, Babybonus eingeführt, Investitionen in Kindergärten begleitet. Oft werde ich von unseren Mitbürgern angesprochen: "Endlich bewegt sich mal was in Meeder!"


3.Enttäuschungen gehören genauso dazu. Ich denke aber, und für mich ist das selbstverständlich, man kann nicht alles haben oder für alles eine Zustimmung oder Mehrheit im Gemeinderat erzielen. Warum auch? Gute Demokratie oder ein guter Demokrat lebt auch davon, einmal in einer Abstimmung zu unterliegen. Dann muss ich eben versuchen, meine Argumentation zu überdenken oder zu ändern. Ebenso die Entscheidung zu akzeptieren! Für mich ist das kein Problem, auch wenn ein Dritter dies vielleicht aus anderer Sicht als Enttäuschung bewerten möchte, wenn ein Projekt nicht in der Intention verabschiedet wird, wie ich es gerne gehabt hätte.
Zusammenfassend: Nein! Wenn man Enttäuschungen auf die zwischenmenschliche Ebene beziehen möchte, so denke ich schon, dass es durchaus der Fall sein kann, dass man in seiner Einschätzung manchmal daneben liegt und für jedem Amtsinhaber einmal die Situation besteht, dass infolge von Entscheidungen welche nicht im Sinne eines Dritten abgefasst sind, man sich durchaus auch einmal Kritik gefallen lassen muss. Ob das echte Enttäuschungen sind? Für mich nicht, ich betrachte dies mehr als Folge des Amtes!


4.Der Weg unserer Gemeinde ist meines Erachtens überaus positiv eingeschlagen worden, dies über alle Fraktionen im Gemeinderat hinweg. So soll und wird es nach meinem Dafürhalten bleiben. Daher mein Ziel: Weitermachen wie bisher, im Sinne unserer Bürger und unserer wertvollen Heimat.


5.Da gäbe es schon viele, aber die erzähle ich nicht, vermutlich würde es auch den Rahmen sprengen. Oder anders: Ein Bürgermeisteramt macht mir auch viel Spaß und Freude und ganz sicher gibt es unzählige schöne Ereignisse und Momente, tolle Gespräche und Besuche, welche ich nicht vermissen möchte.