"Vielleicht starten wir als Adler und enden als Suppenhuhn", sagt Bodo Busse, Intendant des Landestheaters. Aber unter Umständen werde die BBC-Mannschaft auch ihr blaues Wunder erleben. Damit spielt er auf das blaue Landestheater-Logo an. Wie dem auch sei: "Hier treffen zwei Welten aufeinander, die nur scheinbar nichts miteinander zu tun haben." Eine vergnügliche Veranstaltung wird es am Samstag in der Angersporthalle allemal. Und eine außergewöhnliche, wie Schauspieler Frederic Leberle immer wieder betont. "An den Theatern wird sonst doch nur Fußball gespielt, aber nicht Basketball."
Nicht nur das Ensemble sei inzwischen infiziert. Waren die Starting Five vom Landestheater bisher nur Schauspieler und ein Sänger - zu wenig für einen Kampf gegen die Aktiven -, so wurde die Mannschaft jetzt durch den Technischen Leiter, einen Techniker, ein paar Ehemalige und Familienmitglieder von Mitarbeitern aufgestockt. "Wenn alle antreten, sind wir zwölf Spieler", erläutert Frederic Leberle. Das sei eine gute Zahl, um auch auswechseln zu können. Das Gute an der Sache für die Künstler: Das gemeinsame Projekt schafft eine neue Verbundenheit. "Man spürt das Kribbeln überall im Haus. Aber keiner weiß, worauf es hinausläuft." Und wer wird die Schau-Basketball-Spieler coachen? Da hält sich Frederic Leberle bedeckt. "Es wird auf jeden Fall jemand sein, der viel Ahnung hat."
Robert Wehrfritz, der Präsident des Basketball-Clubs Coburg (BBC), gibt sich im Vorfeld kämpferisch: "Wir werden hoch gewinnen." Und schon dieser Satz macht klar, dass es am Samstag kein Schau-Spiel geben wird, sondern einen echten Kampf, geschmückt durch ein anspruchsvolles kulturelles Programm. Schon vor dem offiziellen Beginn des Spiels, dem Tip-off, ist ein Teil des Balletts als Cheerleader zu sehen sein. Die Spielervorstellung wird auch von der Norm abweichen. "Es lohnt sich auf jeden Fall, schon vor 19 Uhr da zu sein", sagt Robert Wehrfritz. Außerdem: Die Karten sind nicht nummeriert. Es gibt sie im Vorverkauf in der Sparkasse am Marktplatz.
In der ersten Pause haben drei oder vier Zuschauer, die vorher ausgelost werden, die Chance, auf den Korb zu werfen. Der Gewinner bekommt einen Preis. In der Halbzeit ist die Geschicklichkeit von Prominenten beim sogenannten Freethrow Shoo tout (Freiwerfen) gefragt. Jeder Treffer wird von den Sponsoren der Veranstaltung mit 50 Euro belohnt. Das Geld, wie auch der Erlös der Veranstaltung, gehen an den Verein Pferdegestützte Therapie Hippo-Mobil.
Profitieren wollen aber auch der BBC und das Landestheater, wenn auch nicht vordergründig in finanzieller Form. Der Basketball-Club als einer der ältesten Vereine in Coburg wünscht sich mehr Aufmerksamkeit für seinen Sport - außerhalb von Bamberg und den Brose Baskets. Und das Theater? "Vielleicht können wir die Basketballer in unser Haus locken und sogar mal ein Stück mit ihnen zusammen machen", sagt Intendant Bodo Busse und schmunzelt.

Wann läuft was in der Angersporthalle?