Luise und Olivia haben Bilder gemalt und wollen damit an ihre alte Schule am Hofgarten erinnern. Jannis aus der K 4 spendet symbolisch einen Euro. Briefe von Schülern der K7 hat Dominik gesammelt. Celina findet, ein Stein von Gelände der Baustelle ist auch ein Erinnerungsstück. Ganz persönliche Dinge legen die Schüler der Schule für körperbehinderte Kinder und Jugendliche in eine Blechkiste, die aussieht, als sei sie aus Ziegelsteinen gemauert. Alle machen mit. Das ist ihr Grundstein für das neue Förderzentrum für körperlich und motorische Entwicklung mit heilpädagogischer Tagesstätte. Dazu kommen in die Kiste noch Tageszeitungen Euro-Münzen, ein Kalender des Elternbeirats, eine Urkunde zur Grundsteinlegung und andere Erinnerungsstücke.
Ein Kran transportiert das Ganze wirkungsvoll an den Bestimmungsort auf der Baustelle.

Vorher hatte Schulleiter Helmut Franz zu den Kindern gesagt: "Ihr seid der Grund dafür, dass wir diese neue Schule bauen." Der Schülerchor singt das Fliegerlied: "Heut' ist so ein schöner Tag". Und Ulrich Eberhardt-Schramm, der Vorsitzende des Vereins, erzählt, dass dies ein normaler Arbeitstag ist und gleich Beton in die Bodenplatte fließt.

Bezirkstagspräsident Günther Denzler stellt fest, dass die Coburger Schule mit ihrem spezialisierten Förderangebot die einzige dieser Art in Oberfranken ist. "Sie hat eine große Bedeutung für den Bezirk." Und sie sei zeitgemäß, auch wenn viel von Inklusion gesprochen werde. "Aber Kinder und Jugendliche mit Handicaps brauchen ein exakt auf ihre Bedürfnisse ausgerichtetes Umfeld. Sie brauchen Fachpersonal, das sie anleitet, und gezielte Förderung."

Spatenstich für Kindertagesstätte

N icht weit vom Förderzentrum entfernt entsteht unter der Ägide des Vereins Hilfe für das behinderte Kind eine inklusive Kindertagesstätte - ein Neubau für den integrativen Kindergarten "Regenbogen" (30 Plätze), dem eine integrative Kinderkrippe für 24 Kinder angeschlossen wird. 18 Plätze sind für behinderte Kinder reserviert.

Dafür gibt es einen besonderen Spatenstich. Kinder setzen sich Schutzhelme auf, schnappen sich die Spaten und los geht's. Die Erwachsenen dürfen eine Statistenrolle spielen. Am 22. Oktober sollen die ersten Lkw anrollen, am 6. Dezember das fertige Gebäude übergeben und spätestens am 1. April 2014 die Einrichtung eröffnet werden. Verspricht Ulrich Eberhardt-Schramm. Und Karolin Netschiporenko, Geschäftsführerin des Vereins, erinnert daran, dass der Kindergarten "Regenbogen" vor 35 Jahren die erste integrative Einrichtung dieser Art in Bayern war. Zweiter Bürgermeister Norbert Tessmer (SPD) träumt schon davon, wie positiv sich der Austausch der Kindertagesstätte mit dem benachbarten ASB-Senior enzentrum gestalten wird.