Der Förderverein Heimatpflege Grub verfügt über zahlreiche Exponate vergangener Zeit, die auf anschauliche Art und Weise die Arbeit, den Alltag und das Leben der Menschen der beiden vergangenen Jahrhunderte widerspiegeln. Viele Gegenstände befinden sich im Eigentum des Vereins oder wurden als dauerhafte Leihgabe übergeben. Sie werden immer wieder bei verschiedenen Veranstaltungen oder Anlässen des Vereins als Dekoration genutzt. Einige davon sind auch im Heimatmuseum des Reichenbach-Hauses, das 1801 erbaut wurde, zu finden.

Ein Großteil der Archivalien ist in einem Raum in der Austraße, zwischen Kelterhaus und Wertstoffhof, untergebracht. Da sich dieser in einem sehr schlechten Zustand befand, haben sich einige fleißige Leute an die Arbeit gemacht, um Ordnung in das Chaos zu bringen und das Depot herzurichten. Was aus der einst unansehnlichen Garage wurde und welche interessanten Gegenstände sich darin befinden, können Interessierte am Tag des offenen Depots sehen und bestaunen, denn Grüber Raritäten gibt es an diesem Tag auch zum Anfassen. Außerdem liefern "alte Grüber" Erklärungen dazu. Vielleicht wird auch das ein oder andere Geschichtchen erzählt, wie das von einem Schlitten etwa. "Mit diesem wurden im Winter die geflochtenen Körbe mit Halterungen versehen und auf den verschneiten Wegen sicher in den Nachbarort nach Ebersdorf gebracht. Im Sommer wurden hierfür Leiterwagen, die teilweise sogar mit Leierbremse ausgestattet sind, benutzt. "Wer jetzt denkt, dass der Schlitten von Menschen, einem Ochsen oder einem Pferd gezogen wurde, liegt falsch", führt Pillmann weiter aus. Da der Schlitten nicht sehr viel größer ist als ein herkömmlicher, den es heute noch im Handel zu kaufen gibt, wurde einfach ein großer Hund davorgespannt.


Alles fein säuberlich eingetragen

Gleich mit Erwerb des Hauses (im Januar 1998) wurde mit dem Sammeln von Gegenständen und Vereinsdokumenten begonnen. Ab April 1998 trug diese Klaus Engelhardt fein säuberlich in ein Eingangsbuch ein, nachdem jedes Stück beschrieben und mit einer Nummer versehen wurde. So finden sich beispielsweise die Protokollbücher des ehemaligen Ziegenzuchtvereins im Besitz des Fördervereins. Darin sind unter anderem die "Leistungen" der Ziegenböcke festgehalten, ebenso das Schicksal, welches den weniger erfolgreichen Böcken wiederfuhr.

Seit April 2014 hat die Archivierung Peter Pillmann als Depotwart übernommen. Außerdem wurden Archivalien digitalisiert und fotografiert. "Wenn jemand etwas Bestimmtes sucht, kann er im Internet die Gegenstände leicht über unsere Homepage des Fördervereins abrufen", führt der Depotwart aus. Im Zuge der Arbeiten am Depot wurden auch Exponate ausgesondert, denn zwischenzeitlich ist der Bestand auf rund 645 Stücke angewachsen. Nachdem bei der Hauptversammlung im letzten Jahr die Sanierung des Raumes beschlossen wurde, leisteten die Helfer rund 220 Stunden. Neben zahlreicher Verbesserungsmaßnahmen wurde unter das Dach Tuch eingezogen, wodurch eine luftige Aufbewahrung der Archivalien möglich ist und die Gegenstände gleichzeitig vor Staub geschützt werden.

Nicht ganz einfach war die Archivierung der Gegenstände, weil das Depot nicht ganz dicht war und Mäuse Kaffeetassen und Co. zum Nisten nutzten und manches Papieretikett, auf dem die Archivnummer stand, zum Anbeißen lecker fanden. "Wir haben einige angeknabberte Schildchen auf dem Boden gefunden und mussten diese erst einmal wieder zuordnen. Für manche Gegenstände gab es gar keine Etiketten mehr", ergänzt Peter Pillmann. Neben Werkzeugen, wie Sägen und Hobel, gehören unter anderem auch die verschiedensten Haushaltsgegenstände wie Topfdeckel, Krauthobel oder Butterfässer zum Bestand sowie zahlreiches unterschiedliches Mobiliar und Alltagsgegenstände. Besonders stolz sind die Mitglieder auf eine Holztruhe aus dem Jahr 1802, einen Holzschrank von 1835 und ein Bett aus dem Jahr 1839. Um alle Gegenstände ins rechte Licht zu rücken, wurden die großen und sperrigen Archivalien samt weiterer Materialien im vorderen Bereich des Depots gelagert und das Herzstück mit Regalen und Regalbrettern versehen, die einen guten Überblick verschaffen.

Offenes Depot in Grub
Termin
Zum Tag des offenen Depots laden die Mitglieder des Fördervereins Heimatpflege Grub am Samstag, 29. Juli, von 14 bis 18 Uhr in die Austraße ein.

Angebot Es gibt Kaffee und Kuchen, "Detsch mit Öpflbrei" aus der Riesenpfanne, selbstgebrautes Reichenbach-Bier und weitere Schmankerl.