Patrizia Leistner-Hofmann, die stellvertretende IHK-Hauptgeschäftsführerin, weiß auch schon, worüber geredet werden soll: Über das Lückenschluss-Gutachten, das die Industrie- und Handelskammern Coburg und Südthüringen gemeinsam erstellen lassen. Die Wirtschaftsvertreter halten eine direkte Verbindung von Coburg in den Raum Eisfeld-Hildburghausen aus mehreren Gründen für nötig. Eine Anbindung an die dort verlaufende Werrabahnlinie würde den Güterweg in die Seehäfen verkürzen, und sie würde Fahrgäste aus dem Raum Südthüringen auf dem schnellsten Weg zum möglichen ICE-Halt Coburg bringen. Denn wenn 2016 die ICE-Strecke Nürnberg-Erfurt in Betrieb geht, soll Coburg ICE-Halt werden.

Damit läge Coburg erstmals seit Ende des Zweiten Weltkriegs an einer durchgehenden Nord-Süd-Verbindung. Oberbürgermeister Norbert Kastner (SPD) forderte deshalb bei Grubes Besuch Anfang Februar "schnelle Verbindungen unterhalb des ICE" in Richtung des Bahnknotens Erfurt. Denn nicht jeder ICE auf der Strecke München-Berlin wird auch in Coburg halten. Ob es aber auch um solche Themen gehen wird, war gestern nicht zu erfahren.

Rüdiger Grube werde selbst nach Coburg kommen, begleitet vom Konzernbevollmächtigten für Bayern, Klaus Dieter Josel, sagte Honerkamp. Ob noch weitere Bahnfachleute teilnehmen, hänge von den Themen auf der Tagesordnung ab. Bei seinem Besuch im Februar hatte Grube zugesagt, dass er beziehungsweise seine Fachleute bis zum Bahngipfel alle bislang erstellten Coburger Gutachten lesen werden. Dabei geht es nicht nur um die Bedeutung und Machbarkeit eines Lückenschlusses, sondern auch darum, ob sich ein ICE-Halt in Coburg reibungslos in den Fahrplan des Bahn-Fernverkehrs einpassen lässt.