Man schreibt den 15. September 1893. Es war der Elektrotechniker Heinrich Zeidler, der damals eine Institution gründete, die heute, 125 Jahre später, aus dem gesellschaftlichen und sozialen Leben der Stadt Rödental nicht mehr wegzudenken ist. Mit 20 Gleichgesinnten aus den damaligen Militärvereinen gründete er die Sanitätskolonne für "Oeslau und Umgebung". Heute heißt diese BRK-Bereitschaft Rödental-Einberg. Mit einem prächtigen Festakt, der alles andere als langweilig und verstaubt war, feierte die Bereitschaft mit vielen Gästen ihr Jubiläum in der mit Liebe geschmückten Domänenhalle.

Der derzeitige Bereitschaftsleiter, André Klink, der seit elf Jahren an der Spitze der Organisation steht, bezeichnete die Gründungsmitglieder als die "ersten Rödentaler", da sie aus verschiedenen Teilen der heutigen Stadt kamen, um sich der Idee von Henry Dunant, dem Gründer des Roten Kreuzes, zu verschreiben. Dass die Sanitätskolonne später den Namen "Einberg" trug, führte André Klink darauf zurück, dass der erste Kolonnenführer, Johann Günzel, aus Einberg stammte. Die wechselvolle und auch oft dramatische Geschichte Deutschlands und Europas habe die Rahmenbedingungen vorgegeben, in denen sich die BRK-Bereitschaft entfalten konnte.

Es gab auch Tiefpunkte

André Klink weiter: "Ebenso wie die Gründer, die mit viel Idealismus und Aufopferung das Rote Kreuz in Rödental aus der Taufe gehoben und aufgebaut haben, haben sich auch in den nachfolgenden Generationen immer wieder Menschen gefunden, die die Arbeit des Roten Kreuzes in Rödental fortgeführt haben." Nicht umhin kam er, auch auf viele Tiefpunkte zu verweisen, die die Mitglieder bewältigen mussten. "Nicht selten reichten die finanziellen Mittel nicht einmal dazu, Verbandsmaterial zu kaufen", berichtete der Bereitschaftsleiter.

Heute könne sich die Bereitschaft glücklich schätzen, dass die politischen und wirtschaftlichen Verhältnisse so gut wie niemals zuvor in der Geschichte seien. Klink gab seiner Hoffnung Ausdruck, dass sich auch später "Rödentalerinnen und Rödentaler" fänden, die Arbeit fortzusetzen, damit die BRK Bereitschaft Rödental-Einberg noch viele Jahre ihren Dienst am Nächsten fortführen kann.

Kurz und prägnant warfen Hermann Stauch, Volkmar Hein, Marco Hilbig und Christina Mees Blicke in die Chronik der Bereitschaft und informierten so über wichtige Stationen auf der 125-jährigen Zeitreise ihrer Bereitschaft.

"Weltgrößte Bürgerbewegung"

In seiner Festrede bezeichnete der Rödentaler Altbürgermeister und stellvertretende BRK-Kreisvorsitzende Gerhard Preß das Rote Kreuz als weltgrößte Bürgerbewegung. Preß verdeutlichte, dass es ein hohes Maß an Eigenleistung der freiwilligen Dienstleistenden erfordere, um die finanziellen Mittel aufzubringen, damit überhaupt geholfen werden könne. Die Mitglieder bat er, in den Anstrengungen, Nachwuchs zu gewinnen, nicht nachzulassen. Unter dem Applaus der Gäste würdigte er besonders die Verdienste von Hannelore Engel.

Im Rahmen der Feier verabschiedete sich die Bereitschaft Rödental-Einberg von ihren Ärzten, Dr. Margrit Hollenz und Dr. Lothar Hollenz. Beide unterstützen über 35 Jahre lang das Rote Kreuz in Rödental. Erfreut zeigte sich André Klink, dass er mit Dr. Svetlana Herold eine Nachfolgerin präsentieren konnte.

Musikalisch hervorragend umrahmt wurde der Festakt vom Jugendorchester Rödental unter Leitung von Tim Eller. Langjährige und verdiente Mitglieder wie auch Förderer, die ideell und finanziell seit vielen Jahren die BRK-Bereitschaft unterstützen, wurden im Rahmen des Festaktes ausgezeichnet. Besonders geehrt wurden André Oestreich, Volkmar Hein, Inno Mann (Ehrenzeichen der Bereitschaften in Bronze), Sabine Stauch (Ehrenzeichen in Silber) und Hannelore Engel (Ehrenadel in Gold). Mit der Jubiläumsmünze "Henry Dunant" wurden Wolfgang Schulze, Werner Hieber, Gerhard Preß, Margrit Hollenz und Lothar Hollenz ausgezeichnet. Auf 440 Dienstjahre können die geehrten aktiven Mitglieder der Bereitschaft blicken. Elly Gall, Hartmut Gall, Marco Murolo sind seit fünf Jahren dabei, Julian Friedrich, Sören Jarraß, Sven Jarraß, Martin Kunz seit zehn Jahren, Sandra Hilbig und Andreas Schlee arbeiten seit 20 Jahren mit, Barbara Lange, Ulrike Hein seit 25 Jahren, Lothar Hollenz, Margrit Hollenz, Holger Stauch und Ursula Stauch seit 35 Jahren und Stefan Strelczuk seit 60 Jahren. Wolfgang Beucker kommt auf 65 Jahre Mitarbeit in der Bereitschaft.