Die Pressluftflaschen und Atemschutzmasken liegen noch so auf dem Boden, wie sie hingelegt wurden. Sie stinken nach Qualm. Auf dem Tisch die Einzelteile von drei weiteren Masken, nebenan schwimmen Dutzende in Spülwasser und Desinfektionslösung. Christoph Weichler wird sie alle in den nächsten Tagen reinigen, trocknen, die Funktionsfähigkeit prüfen. Rund 150 dieser "Automaten" haben die Feuerwehrmänner beim Einsatz in der Coburger Altstadt benutzt. Denn ohne Atemschutz war dem Feuer nicht Herr zu werden.




Zum Glück falscher Alarm


Stadtbrandrat Ingolf Stökl stehen an diesem Mittwoch noch Müdigkeit und Erleichterung ins Gesicht geschrieben. Müdigkeit, weil es seit Sonntag nur wenig Schlaf gab. Erst am Dienstagnachmittag hat die Feuerwehr die Einsatzstelle auf dem Marktplatz geschlossen. Aber schon am Mittwochmorgen war Stadtbrandinspektor Thomas Fritz wieder in der Herrngasse zur Nachschau, und noch während des Gesprächs wird Stökl erneut aufbrechen und nachschauen, weil eine Geschäftsfrau starken Brandgeruch meldet. Zum Glück falscher Alarm.


Rettungskräfte haben größere Befugnisse


Seit Kriegsende hat die Feuerwehr Coburg keinen derart großen Einsatz fahren müssen. Sogar der Brand im Hofbrauhaus vor 14 Jahren habe kein derart hohes Gefahrenpotenzial gehabt, erläutert Stökl. Deshalb wurde nach kurzer Zeit die untere Schwelle des Katastrophenalarms ausgerufen. Damit sind automatisch auch die anderen Hilfsorganisationen wie Technisches Hilfswerk und Rotes Kreuz dabei, es gibt eine gemeinsame örtliche Einsatzleitung, und die Rettungskräfte haben größere Befugnisse. So können sie zum Beispiel vom Ordnungsamt eine Liste der betroffenen Einwohner verlangen, um sicherzustellen, dass niemand vermisst wird.


Teilweise angetrunkene Passanten


Eine Erleichterung bedeutete es für die Feuerwehren auch, dass wegen des Pfingstkongress des Coburger Convents Bereitschaftspolizei vor Ort war. Die half, die Bänke und Sonnenschirme aus der Herrngasse zu räumen, die Bewohner der Häuser rauszuklingeln und die Gaffer zurückzudrängen, erzählt Christoph Weichler, bei der Feuerwehr zuständig für Öffentlichkeitsarbeit. Denn die teilweise angetrunkenen Passanten hätten auf Blaulicht und Martinshorn erst mal nicht reagiert. "Jeder Gaffer sollte in sich gehen und sich fragen, ob er die Einsatzkräfte behindert hat", sagt Weichler. Denn die Zuschauer würden zu ihrer eigenen Sicherheit vom Brand ferngehalten.


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