Darüber informierte am Mittwochnachmittag Friedrich Schubart. Der stellvertretende Leiter des Wasserwirtschaftsamts in Kronach ist zuständig für den Raum Coburg und damit auch für den Goldbergsee. Am Mittwoch lagen die ersten Analysen der Wasserproben und der toten Fische vor.
Am Wasser dürfte es nicht liegen. Der PH-Wert sei neutral, der Sauerstoffanteil liege bei 14 Prozent - alles so, wie es sein soll, sagt Schubart. Oft verenden Fische aus Sauerstoffmangel. "Gülle, Milch und Blut sind die großen Sauerstoffkiller", erläutert Schubart. Doch die scheiden als Ursache aus, und damit auch die üblichen Verdächtigen.
Zweites Analyseergebnis, ermittelt von Gunnar Dembek aus der Abteilung für biologische Untersuchungen im Landesamt für Umwelt (LfU): Todesursache der Fische war eine Krankheit, ausgelöst durch Bakterien oder Viren. Aber welche Erreger, welche Krankheit da die Silberkarauschen oder Giebel befallen hat, könne Dembek noch nicht sagen, berichtet Schubart. Fest stehe, dass die Fische alle ungefähr gleich alt seien.
Sie haben sich von allein im Goldbergsee vermehrt. Konkurrenten gibt es in dem Stausee nicht, genauso wenig wie Fressfeinde, also Waller oder Hechte. Das wird sich aber ändern. Schubart zufolge ist es ohnehin vorgesehen, den Goldbergsee an einen Fischereiverein zu verpachten. Außerdem sollen - voraussichtlich bei der feierlichen Einweihung im Juli - ein paar Hechte und Waller eingesetzt werden, die die Vermehrung der Friedfische auf natürliche Weise eindämmen.
Ansonsten, sagt Schubart, tun das die Fischereivereine. Silberkarauschen gelten als nicht essbar und würden deshalb meist abgefischt und weggeworfen. Oder zu Fischmehl verarbeitet. Außerdem setzen die Fischereivereine Konkurrenten wie Karpfen in den See, was die Ausbreitung der Silberkarauschen ebenfalls einschränken dürfte.
Was die tödliche Erkrankung der Fische ausgelöst hat, ist genauso unklar wie die Art der Erreger. Möglicherweise hat ein Aquarienbesitzer zu groß geratene oder schwächelnde Giebel im Goldbergsee ausgesetzt, mutmaßt der Wasserwirtschafts-Beamte. Aber auch Vögel könnten die Erreger eingeschleppt haben, die nun den Giebeln (oder Silberkarauschen) zusetzen. Der Goldbergsee ist Raststation für Zugvögel.
Die Silberkarausche (nahe verwandt, aber nicht gleichzusetzen mit der Karausche) gilt als eine Stammform des Goldfischs und werde auch in Aquarien gehalten, sagt Schubart. Was ihr Massensterben im Goldbergsee verursacht hat, würden auch die Mitarbeiter vom Wasserwirtschaftsamt gern wissen. "Wir wollen ja nicht jeden Tag tote Fische einsammeln!" Es sei auch bei aller Sorgfalt nicht auszuschließen, dass Spaziergänger weitere Tiere finden. sb