Neuanfang in Weitramsdorf: Neben Wolfgang Bauersachs (Bürger für Bürger), seit 1. Mai neuer Bürgermeister der Gemeinde, saß bei der konstituierenden Sitzung am Montagabend mit zehn neuen Mitgliedern auch der halbe Gemeinderat neu am Tisch. Bauersachs‘ Amtsvorgänger Christian Gunsenheimer hatte ebenfalls einen ungewohnten Platz eingenommen, inmitten der Gemeinderäte der Freien Wähler. Über 50 Zuschauer wurden im Sitzungssaal des Rathauses Zeugen eines etwas holprigen Starts in die neue Wahlperiode.

Bevor der Rathauschef die neuen Gemeinderäte Andreas Carl (Dorfgemeinschaft Neundorf), Klaus Dorscht und Christian Gunsenheimr (FW), Tobias Ehrsam und Henning Kupfer (CSU), Michael Forkel, Gisela Glodschei, Josef Janson und Leonard Potsch (BfB), Dominic Juck (SPD) sowie Guido Seeger (Unabhängige Wählergruppe) auf die bayerische Verfassung schwören ließ, wurde er selbst vereidigt, vom ältesten
Gemeinderatsmitglied Gisela Glodschei. Nach einem teilweise hart geführten Wahlkampf appellierte die Weitramsdorferin für eine faire Zusammenarbeit aller Fraktionen im neuen Gremium.

Erfahrener setzt sich gegen Neuling durch

Einstimmig votierte der Gemeinderat dafür, dem Bürgermeister auch zukünftig zwei ehrenamtliche Stellvertreter zur Seite zu stellen. Für den Posten des Zweiten Bürgermeisters nominierte Anke Schäfer von der ÜPWG wegen dessen zwölfjährigen Erfahrung ihren Kollegen Werner Hanke. Leonhard Potsch (BfB) schlug aufgrund des guten Wahlergebnisses der CSU Henning Kupfer vor. Bei der geheimen Abstimmung konnte sich der langjährige Gemeinderat Hanke gegen den Neuling Kupfer mit 13 zu 7 Stimmen durchsetzen. Abgegeben wurden nur 20 Stimmen, weil Marco Anderlik (CSU) an der Sitzung nicht teilnehmen konnte.

Im Rennen um das dritte Bürgermeisteramt gab es im ersten Wahlgang unter drei Kandidaten keinen Sieger: Michael Rädlein (CSU) erhielt zehn, Ulrich Kräußlich (Freie Wähler) sieben und Dominik Juch (SPD) drei Stimmen. Im zweiten Durchgang erzielte Rädlein dann mit elf zu neun Stimmen eine knappe Mehrheit gegen Kräußlich. Dann galt es, die weiteren Bürgermeister-Stellvertreter zu bestimmen: Matthias Helmprobst (Freie Wähler) schlug vor, hier wie gehabt Gemeinderäte mit den meisten Dienstjahren, bei gleicher Anzahl sortiert nach ihrem Alter, zu benennen, sofern sie nicht schon ein Amt bekleiden. Dies wären Ulrich Kräußlich, Anderlik und Gunther Beetz (Dorfgemeinschaft Neundorf) gewesen, doch Kräußlich verzichtete: "Da mich die Mehrheit nicht als Dritten wollte, möchte ich auch nicht den Vierten machen", so seine Begründung. Auch Christian Gunsenheimer stand nicht zur Verfügung. Schließlich erklärte sich Matthias Helmprobst (FW) bereit, nach Anderlik und Beetz als weiterer Stellvertreter zu fungieren.

Besetzung der Ausschüsse:

Den Ausschüssen sollen nach Willen des Gremiums wie bisher acht Mitglieder (Rechnungsprüfungsausschuss: fünf) plus Vorsitzenden angehören. FW-Fraktionssprecher Helmprobst beantragte, bei gleichem Anspruch zweier Fraktionen auf einen Sitz nicht wie bisher das Los, sondern die Mehrheit der Wählerstimmen entscheiden zu lassen, dies mache "den Wählerwillen transparenter". Nachdem der Antrag mit 16 zu vier Stimmen befürwortet worden war, erhielten in den drei größten Ausschüssen die Freien Wähler und die CSU je zwei Sitze, die vier anderen Fraktionen je einen Sitz. Im Haupt- und Finanzausschuss sind vertreten: Anderlik und Kupfer (CSU), Gunsenheimer und Helmprobst (FW), Norbert Bär (SPD), Günther Beetz (DGN), Janson (BfB) und Hanke (ÜPWG). Im Bau- und Umweltausschuss sitzen Rädlein und Ehrsam (CSU), Gunsenheimer und Dorscht (FW), Bär (SPD), Carl (DGN), Potsch (BfB) und Seeger (ÜPWG). Den Ferienausschuss bilden Anderlik und Rädlein, Gunsenheimer und Thomas Zapf (FW), Juck (SPD), Forkel (BfB), Beetz (DGN) und Schäfer (ÜPWG). Den Vorsitz führt in diesen drei Ausschüssen Bürgermeister Bauersachs.

Im Rechnungsprüfungsausschuss haben alle Parteien und Gruppen je einen Sitz. Entsandt werden Kupfer (CSU), Gunsenheimer (FW), Janson (BfB), Carl (DGN), Juck (SPD), Schäfer (ÜPWG). Zum Vorsitzenden wählte der Gemeinderat mit 18 zu 2 Stimmen Christian Gunsenheimer.


Fraktionssprecher
Fraktionssprecher (und ihre Stellvertreter) sind für die CSU Marco Anderlik (Michael Rädlein), für BfB Josef Janson (Leonhard Potsch), für die DGN Gunther Beetz (Andreas Carl), für die SPD Norbert Bär (Dominic Juck), für die ÜPWG Werner Hanke (Guido Seeger) und für die FW Matthias Helmprobst (Christian Gunsenheimer).

Sitzungsgeld
Beim Sitzungsgeld konnte sich Rädlein mit seiner Forderung einer Erhöhung um fünf Euro mit nur sechs Ja-Stimmen (bei 14 Nein-Stimmen) nicht durchsetzen. Für den bisherigen Satz von 15 Euro stimmten 15 Gemeinderäte, vier und der Bürgermeister waren dagegen. Als Pauschalentschädigung für Verdienstausfall erhalten Selbständige von 7 bis 18 Uhr wie bisher 11 Euro pro Stunde. Die Satzung zur Regelung von Fragen des örtlichen Gemeindeverfassungsrechts wurde einstimmig beschlossen.

Abstimmung über Geschäftsordnung wird vertagt

Hingegen konnte nicht über die Geschäftsordnung abgestimmt werden, da diese den Gemeinderäten nicht mit der Einladung zugegangen war. Bauersachs äußerte Verständnis dafür, "dass jemand nicht abstimmen möchte, worüber er keine Kenntnis hat". Die Beschlussfassung wurde auf die nächste Sitzung am 2. Juni verschoben.

Beauftragte
Zum Jugendbeauftragten wurde Dominik Juck (Stellvertreter: Marco Anderlik), zur Seniorenbeauftragten Gisela Glodschei (Ulrich Kräußllich) ernannt. In der Vorstandschaft des Fördervereins Jagd- und Fischereimuseum Schloß Tambach vertritt wie bisher der dritte Bürgermeister die Gemeinde, dies wird nun Michael Rädlein sein.
Bürgermeister Bauersachs wurde zum Standesbeamten des Bezirks Weitramsdorf bestellt und darf nun Eheschließungen durchführen.

Auf Anfrage von Carl, wann auch die Straße von Altenhof nach Tambach erneuert werde, erläuterte der Rathauschef, das Staatliche Bauamt habe nun den notwendigen Grunderwerb ermittelt. Eventuell könnten die Bauarbeiten, inklusive des begleitenden Radwegs, im Frühjahr 2015 beginnen, vorausgesetzt die Finanzierung stehe.
Der Gemeinderat nahm anschließend in nichtöffentlicher Sitzung die Arbeit auf.