Von Erich Bilek

Zwölf Jahren mussten die Fans in Bad Rodach auf die Rückkehr ihrer Handballer in die Landesliga des bayerischen Handball-Verbandes (BHV) warten. In den letzten Jahren war die SG Bad Rodach/Großwalbur oft nahe dran, ehe es in diesem Jahr dann endlich klappte.

Mit sechs Punkten Abstand vor dem HC 03 Bamberg wurden die Badstädter Meister der Bezirksoberliga und schafften damit den langersehnten Aufstieg.

Mannschaftsbetreuer Stefan Schreier sieht die Mannschaft, die weiterhin von Stefan Fladt trainiert wird, recht gut aufgestellt, nachdem sie sich auch noch mit vier Zugängen verstärkte.

Weniger erfreulich ist die Verletzung vom spiel- und wurfstarken Ferdinand Wagner, der wohl noch etwa vier Wochen auf seinen Einsatz warten muss. In der Vorbereitung auf die schweren Aufgaben in der höheren Spielklasse wurde ein reichhaltiges Programm erledigt.

In Freundschaftsspielen wurden ordentliche Leistungen gezeigt, wenngleich noch in der letzten Phase bis zum ersten Spiel am Samstag, 14. September, beim TSV Partenstein an der Feinabstimmung für den Angriff gebastelt werden muss.

Mit der Abwehrarbeit waren die Verantwortlichen des Aufsteigers bisher durchaus zufrieden. Deshalb geht man die Aufgabe in der Landesliga Nord mit einem recht guten Selbstvertrauen an, wenngleich die eigene Prognose zum einen recht vorsichtig ausgedrückt wird, andererseits aber mit der Zielangabe "Klassenerhalt mit Hoffnung nach oben" doch einiges erwarten lässt.

Dazu sollen vor allem auch die vier Zugänge beitragen, besonders Torwart Marcel Heublein, der TW-Oldie Andreas Martin (jetzt Trainer der Zweiten) ersetzt. Neben Martin haben sich nur noch die "Altgedienten" Dominik Büschel und Tobias Wanke aus der 1. Mannschaft zurückgezogen. Auch das spricht für die Spielgemeinschaft aus der Bäderstadt, die durchaus auch in der höheren Liga ernstgenommen werden muss.

Die neuen Spieler

Marcel Heublein (Jahrgang 1983) ist eigentlich nur ein Rückkehrer, denn er spielte bereits sieben Jahre bei den Männern in Bad Rodach, stammt aber vom TSV Großwalbur, der mit dem TSV Rodach eine Spielgemeinschaft eingegangen ist. Mit neun Jahren begann die Handballzeit von Heublein beim TSV Großwalbur, ehe er drei Jahre später zur HSG Coburg wechselte und bei Neugründung des HSC 2000 Coburg dort ein Jahr im Tor der A-Jugend sein Können zeigte. Heublein war als B- und A-Jugendspieler Stammtorhüter sowohl in der Bezirks- als auch in der Bayernauswahl. Danach war er von 2001 bis 2008 ein Rückhalt in der 1. Mannschaft der SG Bad Rodach/ Großwalbur, wechselte dann zur HG Kunstadt, wo er in der Landesliga weitere Erfahrungen sammeln konnte. Eine folgende zweijährige Pause wird nun mit dem Einsatz in Bad Rodach beendet, wo er mit seinen früheren Kollegen in der Landesliga gut bestehen will.

Max Liebermann (Jahrgang 1993) begann bereits bei den Bad Rodacher Minis und absolvierte später seine "Lehrzeit" in den Mannschaften bis zur A-Jugend. Dann erst wechselte er zum TV Neuses, bei dem die naheliegende BOL-Meisterschaft verpasst wurde. Der 20-jährige Spieler wird auf der Linksaußen-Position eingesetzt und ist für seine schnelle Spielweise bekannt. In Bad Rodach trifft er nun wieder auf viele frühere Kollegen und erhofft sich eine erfolgreiche Saison.

Jacob Förtsch (Jahrgang 1993) begann zusammen mit Max Liebermann ebenfalls bei den Minis in Bad Rodach, wechselte dann aber bereits als B-Jugendlicher zum HSC 2000 Coburg und ist laut dessen Spielleiter Jürgen Walter ein Kämpfertyp, der niemals aufgibt und praktisch auf alle Positionen eingesetzt werden kann. Nach einer zweijährigen Unterbrechung fängt er nun wieder bei seinen ehemaligen Handball-Freunden an und ist sicher eine Verstärkung für den neuen Landesligisten.

Christoph Schuhmann (Jahrgang 1985) hat bereits eine reiche Handball-Erfahrung hinter sich. 1992 begann der Sohn des ehemaligen HSC-Trainers Wolfgang Schuhmann seine Laufbahn als Schüler bei der HSG Coburg und ging später zum neu gegründeten HSC 2000 Coburg-Neuses, bei dem er bis 2003 in der Jugend tätig war. Ein gutes Handball-Talent muss ihm bescheinigt werden, mit dem er nicht nur in Oberfrankens Auswahl überzeugte, sondern auch in der Auswahl des Bayerischen Handball-Verbandes (BHV). Beim HC Erlangen war er in den Jahren von 2003 bis 2005 tätig, ehe er dann wieder zum HSC 2000 zurückkehrte. Hier gehörte er zur Aufstiegsmannschaft in die 2. Bundesliga, spielte dort zwei Jahre und war danach in der 2. Mannschaft (Bayernliga) eingesetzt. Er spielt vor allem im Rückraum Mitte, ist aber auch aufgrund seiner Wendigkeit ein guter Mann auf der Außenbahn. Mit dem technisch versierten und einfallsreichen Spieler hat die SG einen guten Fang gemacht.