Vieles ist auch in diesem Jahr anders in Coburg. Vieles wird es erneut nicht geben - zum Beispiel den Brunnenmarkt. Doch mit einer grauen, kaum geschmückten Frühlings- und Osterzeit wollte sich Christa Haagen nicht einfach so abfinden. Und hat zur Selbsthilfe gegriffen. Ihr Ziel: der historische Alfred-Brunnen im Hofgarten.

Mit viel Mühe und Sorgfalt und mit vielen bunten Ostereiern und Bändchen hat sie den Alfred-Brunnen munter geschmückt und herausgeputzt - natürlich erst nach zustimmender Rücksprache mit dem zuständigen Grünflächenamt. "Ich will einfach, dass die Leute mal was Buntes sehen können", beschreibt sie ihre Motivation, auf eigene Kosten und mit eigenem Material dem sanierungsbedürftigen Brunnen ein freundliches Frühlings-Gewand anzuziehen. Denn für Christa Haagen ist das Schmücken von Brunnen mit bemalten Eiern nicht vorrangig ein Osterbrauch, sondern ein Begrüßungsritual für den Frühling.

"Frohe Ostern"

Schmück-Erfahrung im Freien hatte sie bereits in den vergangenen Jahren bei der Hubertus-Quelle weiter oben im Hofgarten gesammelt. Auch dieses Jahr hat sie die Hubertus-Quelle bunt verziert und optisch herausgeputzt.

Besonders viel Mühe aber hat sie sich mit dem Alfred-Brunnen gegeben, der seit zwei Jahren nicht mehr mit Wasser gefüllt wird, weil das Brunnen-Becken undicht ist und saniert werden muss.

Vor dem Schmücken hat Christa Haagen deshalb den Brunnen gesäubert und gründlich gekehrt - und anschließend mit vielen bunten Eiern samt Schleifen verziert. "Frohe Ostern" prangt ein Schriftzug in der ebenfalls geschmückten Schale, die am hinteren Rand des Brunnens thront.

Mit Geschick und Fantasie

Filigran gestaltete Eier sind Christa Haagens Leidenschaft. Mit Fantasie und Geschick verwandelt sie Eier in regelrechte kleine Kunstwerke - echte Eier von Hühnern und Wachteln ebenso wie Eier von Enten und Gänsen. Sogar Straußen-Eier hat sie in künstlerisch gestaltete Objekte verwandelt.

Für ihre Verwandlung des Alfred-Brunnens hat sie schon viel Resonanz bekommen. "Leute haben mich angerufen oder ihren Dank ausrichten lassen", freut sich Christa Haagen. Regelmäßig besucht sie jetzt den Alfred-Brunnen und schaut, ob noch alles in Ordnung ist.

Für ihre Aktion hat sie ausnahmsweise Kunststoff-Eier verwendet - echte Eier würden im Freien viel zu schnell beschädigt oder schnell auch mal als Souvenir mitgenommen, weiß sie.