Die künstlerische Handschrift von Gertrud Pleschler-Fahnler ist unverkennbar. Bunt, fröhlich, detailgenau und doch irgendwie verwandelt - so sieht die in Coburg lebende Künstlerin die Puppenstadt Neustadt. Markante Gebäude Neustadts hat sie auf dem Plakat für die "16. Oberfränkischen Malertage" versammelt, die an diesem Donnerstag beginnen werden.
Und vor dieser Ansammlung von Gebäuden tanzt eine verspielte Harlekin-Figur, während rechts im Hintergrund eine Malerpalette wie ein freundlich aufgehender Mond schwebt. Mit dieser munteren Kollektion an Neustadt-Motiven aber wird das Plakat zum gemalten Motto für die "Oberfränkischen Malertage". Denn das Thema lautet in diesem Jahr: "Neustadt, eine l(i)ebenswerte Stadt".

Maler mitten in der Stadt

Begegnungen zwischen Künstlern und den Bürgern einer Stadt ermöglichen - das ist das Ziel dieser Malertage.
Und das Rezept ist eigentlich einfach. Die Künstler verlassen ihr stilles Atelier, gehen hinaus in die Stadt, malen in aller Öffentlichkeit, laden Passanten ganz ungezwungen zum Gespräch ein. Seit 1998 funktioniert diese Idee, die Christel Gollner einst erstmals in Weidenberg verwirklicht hatte und seitdem Jahr für Jahr in einer anderen Stadt oder Gemeinde Oberfrankens präsentiert. "Ich wollte einfach nicht alleine an der Staffelei stehen, sondern gemeinsam mit anderen Künstlern malen", erinnert sich Gollner. "Wir malen in der jeweiligen Stadt natürlich nicht irgendetwas, sondern markante Motive vor Ort", erklärt Gollner.
Im Fall von Neustadt könnten dabei, so die Hoffnung, interessante Einblicke entstehen. Denn bei der Auswahl der beteiligten Künstler wurde bewusst Wert darauf gelegt, auswärtige Maler einzuladen, die mit dem Blick von außen die Chance haben, Neustadt ganz unbefangen neu zu entdecken.

Zum Auftakt eine Stadtführung

Deshalb gehört es längst zur Tradition der Malertage, dass zu Beginn des Workshops eine Stadtführung stattfindet - erste Gelegenheit für die von Goldkronach bis Presseck, von Nürnberg bis Bayreuth angereisten Gäste, Eindrücke zu sammeln und Skizzen zu machen.
Vier Tage lange werden die Künstler die Straßen und Gassen Neustadt erkunden, sich mit der Geschichte der Stadt malend auseinandersetzen. Selbst das schlechte Wetter schreckt die Gäste nicht. Treffpunkt und wetterfester Arbeitsort bei Bedarf ist das Familien- und Kulturzentrum am Schützenplatz.



Fakten und Hintergründe der "Oberfränkischen Malertage"


Fakten Der Workshop der Malertage findet vom 30. Mai bis 2. Juni in Neustadt statt. Die anschließende Ausstellung wird am Sonntag, 9. Juni (10.30 Uhr) im Rathaus Neustadt eröffnet (täglich bis 14. Juli, Wochenende von 10 bis 16 Uhr)

Förderer Finanziell unterstützt werden die Malertage durch die Stadt Neustadt, durch die VR-Bank Coburg und die Niederfüllbacher Stiftung. Die Regierung von Oberfranken begleitet die Malertage seit Beginn.


Die teilnehmenden Künstler:

Kathrin Bauer, Aschaffenburg
Hildegard Frederking, Goldkronach
Christel Gollner, Bayreuth
Sabine Gollner, Bad Berneck
Gerhard Grünwald, Schwandorf
Elfi Hübner, Bayreuth
Angelika Kandler Seegy, Nürnberg
Gertrud Plescher-Fahnler, Coburg
Gerda Poiger, Forchheim
Annick Servant, Bayreuth
Günther Wolfrum, Presseck
Hans Wuttig, Sulzbach-Rosenberg
Klemens Wuttke, Nürnberg.



Entstehung



Sich mit Malerkolleginnen und - kollegen jedes Jahr in einem anderen oberfränkischen Ort zu treffen, sich mit diesem Ort gedanklich auseinanderzusetzen, sich mit seiner Geschichte, mit seinen Menschen, seiner Kultur und seiner Wirtschaft zu befassen und dabei während einiger Tage konzentriert eine ansehnliche Reihe von Gemälden - ausschließlich von diesem Ort - entstehen zu lassen, das war die Idee der Bayreuther Malerin Christel Gollner schon seit vielen Jahren.
Es war nicht leicht, diese Idee in die Tat umzusetzen, weil es Ähnliches zuvor noch nicht gegeben hatte. Inzwischen sind die Oberfränkischen Malertage zu einer festen Institution genau nach den Vorstellungen der Gründerin und Organisatorin geworden. Es ist bereits Tradition, dass die Oberfränkischen Malertage aus zwei wesentlichen Teilen bestehen: