So verwehrt sich die IHK in der vierseitigen Stellungnahme, die von Pressesprecher Christian Broßmann verschickt wurde, gegen den Vorwurf, sie habe mit ihrem im November verschickten Schreiben die Coburger Kommunalpolitiker zu einer Finanzierungszusage "überrumpeln" wollen.

Wirtschaftliche Leistungsfähigkeit prüfen

Unterschiedliche Meinungen zwischen dem Meederer Bürgermeister, Josef Brunner (SPD) und der IHK, scheint es auch bei der Frage der Finanzierung zu geben. Während sich Brunner bei der Pressekonferenz überzeugt zeigte, dass im Planfeststellungverfahren geprüft werde, ob eine Finanzierung "möglich" sei, sieht dies die IHK anders. Sie schreibt, dass das Luftamt Nordbayern im Rahmen des Planfeststellungsverfahrens "die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit des Antragsstellers zu prüfen" hat. Hierzu zähle auch der Nachweis der Finanzierung des Vorhabens und des Betriebes im Falle eines positiven Bescheides.

Wer soll das bezahlen?

In der IHK-Stellungnahme heißt es zur Finanzierungsfrage weiter: "Dies hat zur Folge, dass unter anderem die beiden Gebietskörperschaften und die weiteren Gesellschafter im Zeitraum der Erstellung der Planfeststellungsunterlagen den Nachweis führen müssen, dass sie sich an der Finanzierung von Bau und Betrieb beteiligen werden." Dies könne - wie bei der Stadt geschehen - über die Aufnahme von Investitionsmitteln in die Haushaltsplanung erfolgen oder über einen neuen Gremienbeschluss. "Auf nichts anderes hat die IHK mit ihrem Schreiben an die Fraktionsvorsitzenden hingewiesen", heißt es in der Stellungnahme.

Klare Absaage an Brandsteinsebene

Eine klare Absage erteilt die IHK zudem den Vorschlägen der Flugplatz-Gegner, den Ausbau der Coburger Brandsteinsebene noch einmal zu prüfen. Dazu heißt es in der Stellungnahme: "Auch die allgegenwärtige Behauptung der Verkehrslandeplatzgegner, die Brandensteinsebene sei richtlinienkonform ausbaubar, wird durch ständiges Wiederholen nicht richtig, wie durch mehrere Gutachten belegt. Gleiches gilt für den Landeplatz Steinrücken. "


Verkehrslandeplatz: Die Frage der Finanzierung


Verhandlungen
Wie aus dem Schreiben der IHK hervor geht, laufen derzeit offensichtlich Gespräche zur Frage der Finanzierung. Der Neubau des Verkehrslandeplatzes am Standort Meeder-Neida wird aktuellen Schätzungen der projektverantwortlichen CDM Smith Consult GmbH zufolge 30 Millionen Euro kosten. "Uns liegen aktuell keine anderen Angaben vor", heißt es im Schreiben der IHK. Der Projektgesellschaft und der IHK sei nach Angaben von Pressesprecher Christian Broßmann in einem Gespräch mit dem damaligen Bayerischen Wirtschaftsminister Zeil im August 2013 eine Finanzierung in Höhe von 50 Prozent durch den Freistaat Bayern in Aussicht gestellt worden. Aufgrund veränderter Zuständigkeiten nach der Landtagswahl laufen nunmehr Verhandlungen mit dem für das Ressort "Verkehr" neu zuständigen Staatsminister Joachim Herrmann (CSU).