"So lange ich mich zurückerinnern kann, gab es beim Kinderfasching immer Freigetränke und kostenlose Süßigkeiten und Bratwürste für die Kinder", erzählt Herold Hofmann. Er ist bereits seit 1986 Mitglied der Schulinteressengemeinschaft und somit der langjährigste und älteste Helfer. "Früher haben wir neben dem Kinderfasching noch einen Kinderfaschingsumzug und einen Rosenmontagsball für die Erwachsenen veranstaltet. Als nach und nach die ansässigen Gasthäuser schließen mussten und die Kosten stiegen, wurde dieser aber leider eingestellt", erinnert sich der Hassenberger. Den Verein gibt es erst seit 1970, nach der Eingemeindung Hassenbergs zu Sonnefeld ging dieser aus dem Schulverband hervor. Der Kinderfasching findet aber bereits seit den 60er Jahren statt. "Seit es den Kinderfasching gibt, wird der Gewinn jedes Jahr gespendet. Die Spenden kommen Vereinen, welche in Hassenberg und Wörlsdorf ansässig sind und Jugendarbeit betreiben, zugute. Außerdem bekommen der ansässige Kindergarten, sozial Bedürftige und die Kirche regelmäßig finanzielle Unterstützung", berichtet Herold Hofmann stolz. Die Spenden betragen hierbei jährlich etwa 400 Euro.


Traditionen und auch Neuerungen

In den vergangenen Jahren wurden einige Neuerungen eingeführt, um den Kinderfasching weiterhin attraktiv zu gestalten. Diese zeigten auch Wirkung - nicht umsonst ist der Fasching über die Dorfgrenzen hinaus bekannt. "Seit etwa sechs Jahren veranstalten wir ein Seniorencafé, um unsere Veranstaltung auch für die ältere Generation attraktiv zu machen. Außerdem steht der Kinderfasching bereits genauso lange jedes Jahr unter einem anderen Motto", erzählt Ute Engel, die bereits seit zehn Jahren Helferin ist. Dieses Jahr lautet das Motto "Wir fahren auf den Mond". Doch auch die Dinge, die bereits länger ein fester Bestandteil des Kinderfaschings sind, machen diesen zu etwas Besonderem. "Wir haben seit 20 Jahren denselben Livemusiker. Auch unsere Kindercocktailbar, an der natürlich ausschließlich Saft verkauft wird, ist mittlerweile eine feste Institution", berichtet Ute Engel. In der Kinderanimation sieht die Hassenbergerin ein Alleinstellungsmerkmal der Veranstaltung. "Unser Fasching ist einer der wenigen in der Umgebung, bei denen es üblich ist, dass die Veranstalter ein Animationsprogramm für die Kinder auf die Beine stellen. Dieses wird den vertretenen Altersgruppen entsprechend spontan angepasst", erklärt Ute Engel. Natürlich stehen auch eine Polonaise sowie der Ententanz und das Fliegerlied auf dem Programm.

Wenn die Mitglieder der Schulinteressengemeinschaft an die Zukunft denken, kommen einige Sorgen auf. "Unser Ziel ist es, den traditionellen Hassenberger Kinderfasching so lange wie möglich weiterzuführen. Dazu brauchen wir aber dringend weitere helfende Hände und genügend Gäste", sagt Claus Dötschel, der bereits seit 1994 hauptverantwortlich für die Kinderanimation und die Organisation ist. Um den Fasching veranstalten zu können, seien zwölf bis 15 Helfer nötig. "Dieses Jahr sind wir nur zehn Helfer - unser Minimum haben wir also unterschritten und das bedeutet wesentlich mehr Aufwand für den Einzelnen", erklärt er. Leute, die Interesse haben zu helfen, können gerne auf die Veranstalter zukommen. "Wir freuen uns über jeden, der neu dazukommt. Schließlich werden wir ja auch nicht jünger", sagt Claus Dötschel.


Auf Spenden und Gäste angewiesen

Da der Eintritt zum Kinderfasching frei ist, ist die Schulinteressengemeinschaft auf freiwillige Spenden und viele Gäste angewiesen. "Wir sind der einzige Verein in Hassenberg, der seinen Gewinn komplett spendet und nichts in die eigene Tasche steckt. Im vergangenen Jahr konnten wir beispielsweise ein Luftgewehr für den ortsansässigen Schützenverein finanzieren. Dieses Jahr kommen unsere Einnahmen der Renovierung unserer Kirche zugute. Damit solche Geldzuwendungen, die ja dem Allgemeinwohl dienen, weiterhin ermöglicht werden können, wünschen wir uns für Sonntag einen regen Besuch der Anwohner auf unserem Kinderfasching", betont der Hassenberger.