Lautstark sirrend steigt die Drohne in den Himmel über dem Gelände der Neustadter Feuerwehr. Fasziniert schauen mehrere Männer dem fliegenden Gerät nach. "Das wird uns den Einsatz wirklich vereinfachen", sagt Uwe Scheler, der Leiter der Unterstützungsgruppe Örtliche Einsatzleitung (ÜG-ÖEL), die in Neustadt stationiert ist. Dass die Drohne nun in deren Besitz ist, dazu hat die Sparkasse Coburg-Lichtenfels beigetragen. Sie hat den fliegenden Helfer gesponsert.

In der Unterstützungsgruppe des Landkreises hat die Feuerwehr wichtige Kräfte, die im Katastrophenfall wie beispielsweise bei Großbränden der Feuerwehr und ihren Einsatzleitern wertvolle Dienste leisten. Ihre Aufgabe sind vielfältig und dienen der Unterstützung des jeweiligen Einsatzleiters mit moderner Kommunikationstechnik. Sie positionieren sich, kennzeichnen ihren Standort, stellen Kommunikationsverbindungen zur Katastrophenschutzbehörde, den eingesetzten Kräften und sonstigen Dienststellen her halten diese aufrecht. Sie unterstützen bei der Lageerkundung, der Einsatzplanung, bei der Koordinierung und Überwachung aller eingesetzten Kräfte und führen die Lagekarte und Einsatztagebücher.

Diese zwölf Kameraden starke Mannschaft wird von der Feuerwehr Neustadt betrieben. Seit August 2015 ist Uwe Scheler ihr Leiter, Nachfolger von Robert Bechauf, der die UG-ÖEL seit ihrer Gründung (1999) maßgeblich aufgebaut und geleitet hat.


Mit der Drohne wird die Kommunikationstechnik erweitert

Vergangene Woche wurde die moderne Kommunikationstechnik der UG-ÖEL-Gruppe mit der Arbeit der Drohne erweitert. "Unsere feste, starke muss mit der neuen Gerätschaft umgehen. Und sie ist bei größeren Schadensereignissen im gesamten Landkreis immer dabei", informierte Kreisbrandrat Manfred Lorenz bei der Übergabe. Bei größeren Schadensereignissen könne der Einsatzleiter jetzt auf so eine Drohne zurückgreifen. "Ich bezeichne sie als Auge des Einsatzleiters, weil dieser Informationen braucht, um Entscheidungen zu treffen. Wir können uns dieser neuen Technik nicht verschließen, sondern sollten sie vielmehr nutzen", sagte Kreisbrandrat Lorenz.


Noch nicht Normalität

Allerdings gehöre eine Drohne noch nicht zur normalen Ausstattung der Feuerwehr und werde vom Staat auch noch nicht bezuschusst. "Ich denke, solche Gerätschaften sind für die Zukunft ein Muss", sagte Lorenz.
Die Feuerwehr dankte der Sparkasse Coburg-Lichtenfels, dass sie diese Neuanschaffung mit rund 2200 Euro gesponsert hat. Finanziell beteiligt hat sich auch der Feuerwehrverband. Kreisbrandrat Lorenz sagte an Siegfried Wölki, den Vorstandsvorsitzenden der Sparkasse Coburg-Lichtenfels, gewandt: "Sie haben uns schon oft und unkompliziert geholfen und sind uns auch jetzt finanziell sehr stark entgegengekommen." "Drohnen sind faszinierend und heute sehr stark im Kommen. Was damit schon alles angestellt wurde! Doch hier zeigt sich, dass der Wert einer Erfindung davon abhängt, wozu sie verwendet wird", sagte Siegfried Wölki. Im Einsatz für Feuerwehren könne er sich das Gerät sehr gut und lebhaft vorstellen, sagte Wölki. Es sei äußerst sinnvoll, um sich einen Überblick zu verschaffen. "Gerne sind wir auch dieses Mal wieder dabei; denn wir haben eine Verbindung und die hat schon eine lange Tradition über zig Jahre", begründete Wölki das Engagement der Sparkasse.

Kreisbrandinspektor Stefan Zapf, privater Besitzer einer Drohne und begeisterter Flugzeugpilot, demonstrierte den Drohnenflug. "Bei der Drohnen-Auswahl war uns ein sehr hochauflösendes Bild live aus der Luft wichtig. Wir haben ein Modell mit dem sogenannten Full HD gefunden, wie bei den heutigen Fernsehern", sagte Zapf. Er hatte für alle, die bei der Übergabe dabei waren, viele Informationen parat. So fliegt die Drohne 500 Meter weit und könnte sogar zwei Kilometer zurücklegen. In der EU dürfe sie aber nicht mehr als 500 Meter weit und bis zu 500 Meter hoch fliegen, wobei man allerdings mit dem Luftraum aufpassen müsse. Im Normalfall dürfe die Drohne ohne Voranmeldung nur 30 Meter hoch fliegen. "Bei Feuerwehreinsätzen haben wir ein bisschen mehr Höhe, wobei wir allerdings aufpassen müssen. Man kann sie relativ einfach steuern, sie ist GPS-stabilisiert, man kann die Fernbedienung auf den Boden legen, kann weglaufen, sie fliegt ungefähr 25 Minuten lang. Wir haben also eine relativ lange Zeit", erläuterte Zapf.

Die Drohne wird von zwei Akkus betrieben, hat also fast eine Stunde Laufzeit. Sie hat auch einen Ausgang an der Fernsteuerung für ein Fernsehgerät, sodass von einem Fernseher aus über einen Beamer bei höheren Einsatzlagen live übertragen werden kann. "Ein Gerät zu einem vernünftigen Preis, kann man sagen", war das Fazit des Kreisbrandinspektors.