"Die Anforderungen und Aufgaben haben sich in den letzten 36 Jahren enorm vervielfacht. Die Technik und Methodik haben sich ständig weiterentwickelt", erklärte Kommandant Thorsten Langbein.


Das bisherige Einsatzfahrzeug hatte eine Tonnage von zwölf Tonnen und war mit einer Rettungsschere, die mit einer Handpumpe funktionierte, Schaummittel, welches mit Kanistern manuell zugemischt wurde, sowie einer Beleuchtungstechnik ausgestattet, die umständlich per Hand aufgebaut wurde. Durch stetig steigende Anforderungen im Profil der Stützpunktwehr und dem fortschreitenden Alters des zum Schluss 36 Jahre alten Fahrzeugs wurde dem Gemeinderat im Herbst 2012 ein Konzeptentwurf präsentiert. Dieses sah ein LF 20 als Ersatz vor.


Die Regierung von Oberfranken legte Veto ein und forderte ein Hilfeleistungslöschfahrzeug (HLF 20). "Dies hätte bedeutet Technik doppelt anzuschaffen, die bereits auf dem anderen HLF verlastet ist und für die es keine entsprechende Einsatzgrundlage gab. Es hätte die Investition um einiges verteuert", führte der Kommandant weiter aus. Durch persönlicher Vorstellung gab die Regierung schließlich grünes Licht für die wirtschaftlichere Lösung des LF 20. Im April 2013 stimmte auch der Gemeinderat der Anschaffung zu. Zwei Arbeitsgruppen mit Paul Eschenweck, Oliver Stadter, Tino Schillig und Christian Gollan leisteten neben dem Einsatz- und Übungsbetrieb gut 2000 ehrenamtliche Stunden, um Daten für ein Leistungsverzeichnis zu sammeln. Ihnen und ihren Partnerinnen wurde bei der Übergabe für ihren Einsatz und ihre Unterstützung gedankt. Durch das neue Fahrzeug stellt die Gemeinde Technik in den Dienst, die es den Aktiven ermöglicht, schneller und effektiver zum Schutz und zur Sicherheit der Allgemeinheit zu arbeiten. "Die beste Technik nützt aber nichts, wenn man nicht die entsprechende Manpower hat", gab Thorsten Langbein zu bedenken. Er sprach deshalb alle an, die nicht ehrenamtlich in Hilfsorganisationen tätig sind, zu überlegen, wie sie diese unterstützen können.

Spezielle Ausrüstung

"Mit dem neuen LF 20 beginnt eine neue Fahrzeugära in der FF Ebersdorf", leitete Bürgermeister Bernd Reisenweber sein Grußwort ein. Durch die zahlreichen Einsätze und die Erweiterung des Einsatzgebietes auf der Autobahn hat sich gezeigt, dass ein neues Löschfahrzeug mit einer speziell zusammengestellten Ausrüstung unbedingt erforderlich war.
Der Bürgermeister dankte dem Gemeinderat, der im vergangenen Jahr der Neuanschaffung mit entsprechender Ausrüstung zustimmte. "Eine Investition in dieser Höhe würde heute, bei der katastrophalen Finanzlage der Gemeinde, die fünf Millionen Euro weniger an Gewerbesteuereinnahmen hat, nicht mehr genehmigt", führte er weiter aus. Ausgezahlt habe sich der Bedarfs- und Investitionsplan, den die Feuerwehrführung der Ebersdorfer Wehr unter der Leitung von Kommandanten Thorsten Langbein mit viel Herzblut und viel Zeit erstellt hat.

Den Dienstleistenden dankte Bernd Reisenweber, da sie in jeder Notsituation zu jeder Zeit stets hilfsbereit zur Stelle sind und das stets freiwillig. Die Aktiven zeigten damit ein beispielhaftes Maß an Bürgersinn. In den vielen, oft mit erheblichen Gefahren verbundenen Einsätzen riskierten sie oft ihr Leib und Leben, um anderen zu helfen, so Reisenweber. Er ging zu den Anfängen der 295-jährigen Geschichte des Ebersdorfer Feuerwehrwesens zurück und erinnerte daran, dass damals die technische Ausstattung mit Lettern, Häcken und Eimern, die zur Brandbekämpfung genutzt wurden, mehr als dürftig war.

Pfarrer Klaus Wening weihte das Fahrzeug stellte es unter den Schutz Gottes. Er machte deutlich, dass die Aktiven Ungeheuerliches zum Wohle der Allgemeinheit leisten. Sie tragen dazu bei, Leben zu beschützen und es vor Gefahren zu bewahren. "Ihr könnt stolz auf euer neues Fahrzeug sein", rief Kreisbrandrat Manfred Lorenz den Mitgliedern der Ebersdorfer Wehr zu. Dieses ist aber auch Verpflichtung für die Aktiven, in ihrem Bestreben nicht nachzulassen. Mit Präsenten gratulierten benachbarte und befreundete Wehren sowie von der Partnergemeinde Saalburg-Ebersdorf Bürgermeister Volker Ortwig. Eine Fahrzeugschau gewährte einen interessanten Einblick in die Geräte und Einsatzfahrzeuge der Wehr.


Fahrzeugdaten:

Kombination: Mercedes-Benz, Ziegler
Bauzeit: gut ein Jahr
Investitionskosten der Gemeinde: rund 420 000 Euro
Einsparungen: durch Geräteübernahme und Streichungen(Beladung und Ausrüstung): zirka 40 000 Euro
Zuschuss des Freistaates Bayern: 88 000 Euro
Gesamttonnage: 15 Tonnen
Besatzung: Löschgruppenfahrzeug 1+8
Löschwassertank: 2000 Liter
Schaumtank: 200 Liter
Weitere Ausstattung: Schaumzumischanlage, Gerät zur Brandbekämpfung und technischen Hilfeleistung, 4 Pressluftatmer in der Kabine integriert, Wärmebildkamera, Gasspürgerät, Stromerzeuger, umfangreiches Beleuchtungsequipment