"Ich kann meiner Mannschaft insgesamt keine großen Vorwürfe machen. Wir haben gut Fußball gespielt, alles versucht und unsere körperliche Fitness unter Beweis gestellt. Es bewahrheitete sich aber, dass gegen eine Spitzenmannschaft, die einen Lauf hat, jeder Fehler bestraft wird", lautet das Fazit von Trainer Matthias Christl nach der unglücklichen 2:3-Heimniederlage seines FC Coburg gegen den Landesliga-Tabellendritten DJK/Schwebenried/Schwemmelsbach.
Die Hausherren begannen zielstrebig, kombinierten gefällig und erarbeiten sich gegen einen Widersacher, der ihnen das Mittelfeld über weite Strecken überließ, Chancen. "Wir brauchten auf dem ungewohnten Kunstrasenplatz einige Zeit, bis wir in die Begegnung gekommen sind, haben dann aber eine gute erste Hälfte gespielt", so DJK-Coach Mario Schindler.


Sam hatte das 1:0 auf dem Kopf

Für die Hausherren lag die Führung früh in der Luft, als Fabian Carl Goalgetter Daniel Sam mit einer gut getimten Flanke an den langen Pfosten bediente, doch dessen Kopfball aus kurzer Distanz verfehlte sein Ziel.
Schon bald zeichneten sich die Konterqualitäten des Widersachers ab. Ein erstes Ausrufezeichen setzte der agile Thomas Cäsar mit einem Seitfallzieher, der nur knapp über die Querlatte strich. Vor allem Manuel Weißenberger und David Fleischmann rissen mehrmals Lücken in die Abwehr des FCC, dessen Außenverteidiger nicht ihren besten Tag erwischt hatten.
Nach einer Flanke von Bastian Full fehlte die Zuordnung und Felix Zöller (30.) hatte keine Mühe, das Leder zum 0:1 im Netz unterzubringen. Ein Freistoß ging dem 0:2 voraus.
Keiner hatte David Fleischmann (40.) im Fokus, der unbedrängt einköpfte. Auf der Gegenseite wurde Carl im Strafraum zweimal gut in Szene gesetzt, doch ihm fehlte es im Abschluss an Fortune.


Absatzkick für Calle Schiebel

Kurz nach dem Seitenwechsel schickte Sam mit einem blitzsauberen Absatzkick Calle Schiebel auf die Reise, der mutterseelenallein auf Keeper Leon Hartmann zusteuerte, diesen jedoch nicht zu überwinden vermochte.
Beim 0:3 setzte sich Fleischmann zum wiederholten Male auf der Außenbahn durch. Seine scharfe Eingabe ließ Torwart Daniel Shabestari abprallen. Torjäger Jens Rumpel (54.) stand goldrichtig und vollendete zum dritten Mal für die Gäste.
Wer glaubte, die Partie sei für die bis dahin abgezockteren Unterfranken gelaufen, sah sich getäuscht. Die Christl-Schützlinge mobilisierten alle Kräfte und setzten den Widersacher unter Druck. Nach einer Carl-Flanke und einer zu kurzen Abwehr zog Eric Heinze aus 20 Metern ab. Yannick Deibls Rettungsversuch (61.) landete zum 1:3 im eigenen Gehäuse.
Anschließend trafen Schiebel und der eingewechselte Christian Schneider jeweils das Außennetz. Ab der 70. Minute musste Coburg in Unterzahl anrennen, weil Lukas Köhn wegen wiederholtem Foulspiels gelb-rot sah.
"Nach dem Anschlusstreffer bekamen wir richtig Probleme. Die Gastgeber haben nicht aufgesteckt und selbst mit zehn Mann nicht nachgelassen", bekannte Mario Schindler. Sein Pendant Matthias Christl haderte mit dem Schicksal, als sein unermüdlicher Ankurbler Lukas Mosert (76.) im gegnerischen 16-Meter-Raum von Oliver Mützel unsanft von den Füßen geholt wurde, aber die Pfeife von Schiedsrichter Kevin Rösch stumm blieb.


Christl: "Das war ein klarer Elfer"

Der 2:3-Anschlusstreffer von Schneider (90.), der einen Freistoß von Leonhard Scheler einlochte, kam zu spät. "Für mich war das Foul an Mosert ein klarer Elfmeter. Meine Mannschaft hat alles gegeben, doch sie musste einen bitteren Rückschlag hinnehmen. Wir haben es versäumt uns von den Relegationsplätzen abzusetzen", meinte Christl.
Beim Sieger, der noch einen Pfostenschuss verzeichnete, herrschte nach dem Schlusspfiff eitel Sonnenschein. Er verabschiedete sich mit einem bemerkenswerten Lauf von acht Dreierpacks und drei Unentschieden aus dem vergangenen elf Spielen in die Winterpause.