Der FC Coburg hat vorgelegt: Zum Relegationsauftakt gegen den FC Vorwärts Röslau und damit möglicher Weise gerade noch rechtzeitig haben die Vestekicker zu ihrer lange verloren geglaubten Heimstärke zurückgefunden.
Der 1:0-Erfolg war der erste FCC-Heimsieg in einem Pflichtspiel im Jahr 2017 und verschafft den Christl-Schützlingen eine ordentliche Ausgangsposition für das Rückspiel in Röslau.
Der FC Vorwärts wiederum deutete jedenfalls im zweiten Durchgang an, dass dort ein heißer Tanz anstehen könnte.
Den besseren Start zweier nervös beginnender Teams erwischten die Gastgeber, die anfangs früh pressten und auf überfallartige Angriffe setzten. Schon in Minute zehn mit durchschlagendem Erfolg:
Lukas Mosert schickte den äußerst agilen Carl-Philipp Schiebel mit einem präzisen Schnittstellenpass auf die Reise, und der vollstreckte eiskalt zur FCC-Führung. Wenig später setzte Mosert eine Direktabnahme nach Ecke übers Tor (17.), und Schiebels Geschoss nach Vorlage des emsigen Niklas Ehrlich wurde gerade noch geblockt (25.). Röslau fand erst jetzt ins Spiel und kombinierte gefällig vor allem über rechts.
Aber allein Sebastian Hermann beschwor mit seinem Kopfball echte Gefahr herauf, doch FCC-Keeper Oleksandr Churilov hielt (34.). Kurz vor dem Halbzeitpfiff gewann Coburg wieder die Oberhand, und Ehrlichs Hinterkopf-Kopfball strich nur haarscharf am langen Pfosten vorbei (42.).
Nach dem Seitenwechsel überließen die Coburger ihren Gästen zunehmend das Spiel, wobei Röslau im letzten Drittel zu unpräzise agierte. Außer Fernschüssen von Hermann und Tobias Benker (57., 64., 68.) ließ die Coburger Defensive um die zweikampfstarken Innenverteidiger Carsten Hahn und Daniel Kimmel bis in die Schlussphase nichts zu.
Nur der eingewechselte Mahsun Deniz hatte den Ausgleich wirklich auf dem Fuß, scheiterte aber frei vor Churilov an dessen grandiosem Reflex. Auf der anderen Seite kamen die Hausherren in Durchgang zwei nur zu zwei echten Torgelegenheiten, jeweils durch Adrian Guhling:
Nach schöner Vorarbeit von Mosert wurde sein Schuss aus zwölf Metern geblockt (51.), und eine Viertelstunde später tauchte er nach kluger Vorlage von Ehrlich frei vor Röslaus Torhüter Sebastian Blechschmidt auf, der aber glänzend parierte (67.).
So blieb es bis zum Schlusspfiff des souveränen Schiedsrichters Ehwald beim knappen, aber nicht unverdienten 1:0 für die Vestekicker. Nun haben sie am Sonntag um 16 Uhr in Röslau zu bestehen, wo sie nach Europapokal-Modus die knappe Führung verteidigen müssen, um in Relegationsrunde zwei einzuziehen.


Trainerstimmen

FCC-Trainer Matthias Christl: "Ein typisches Relegationsspiel um den Klassenerhalt. Mit dem Ergebnis bin ich nicht unzufrieden. Nach dem Führungstreffer haben wir uns zu weit zurückgezogen und auch unsere Konter nicht gut genug ausgespielt. Das Rückspiel wird eine ganz enge Kiste - aber wir sind bereit!"
Vorwärts-Coach Rüdiger Fuhrmann: "Die ersten 45 Minuten haben wir schlicht verschlafen. Das ist gerade in so einem wichtigen Spiel nicht zu entschuldigen. Leider haben wir aus unserer Druckphase in der zweiten Halbzeit nichts gemacht und unsere Chancen nicht konsequent genutzt. Das ist schon die ganze Saison das Problem."


Die Statistik
FC Coburg - FC Vorwärts Röslau 1:0 (1:0)

FC Coburg: Churilov - Kimmel, Heinze, Müller, Schiebel, Mosert, Krebs, Hahn, Ehrlich (ab 90. Westhäuser), Guhling, Köhn (ab 74. Scheler).

FC Vorwärts Röslau: Blechschmidt - Smrha, Knoblauch, Tamo, Walther (ab 60. Sturm) Hermann, Neumann, Hostalek, Benker, Schmidt (ab 60. Siniawa), Jankovsky (ab 72. Deniz).

Tor: 1:0 Schiebel (10.).
SR: Ehwald (Geldersheim).
Zahlende Zuschauer: 432.