Es werden keine Metallspäne abgefräst, noch schwere Maschinenteile montiert, massive Eisenblöcke gegossen oder Schaltungen und Anlagen miteinander verdrahtet. Das "Kompetenzzentrum für Maschinen- und Anlagenbau sowie Automotive Nordbayern in Coburg" wird viel mehr in der Industrie- und Handelskammer ein Büro sein, welches junge Menschen ansprechen wird, einen Beruf im Maschinenbau oder bei Automobilzulieferern zu ergreifen. Für diese Vernetzungsarbeit von Schulen und Unternehmen hat Abteilungsleiter Thomas Engel von der Bezirksregierung in Bayreuth am Dienstag einen Förderbescheid über 393.000 Euro für die nächsten drei Jahre an den Coburger Schlossplatz in die IHK mitgebracht.


Zweithöchste Industriedichte

Für die Industrie- und Handelskammer zu Coburg habe das Kompetenzzentrum für Maschinen- und Anlagenbau sowie Automotive eine besondere Bedeutung, stellte deren Präsident Friedrich Herdan fest. Schließlich balle sich in der Region Coburg die zweithöchste Industriedichte im Freistaat Bayern zusammen, die wiederum durch den Maschinenbau und die Automobilindustrie geprägt sei. Die Quote liege bei 158 Industriearbeitern je 1000 Einwohnern in Stadt und Landkreis Coburg. Um diesen Standard und die Innovationsfähigkeit zu erhalten, seien gut ausgebildete Fach- und Führungskräfte unabdingbar. "Die IHK stützt mit dem Kompetenzzentrum ihre Unternehmen bei der Fachkräftesicherung", so Herdan. Man wolle zur "Fachkräfteschmiede Nordbayern" werden.


Etliche Partner

Friedrich Herdan sprach "das breite Bildungsangebot" in der Vestestadt an, das bundesweit seinesgleichen suche. "Aber die Beteiligten sind untereinander noch zu wenig vernetzt." Das soll das neue Kompetenzzentrum ändern. Kooperationspartner des Kompetenzzentrums sind denn auch die Agentur für Arbeit, Unternehmen der Branchen Maschinen- und Anlagenbau sowie Automotive, die Berufsschule, die Staatliche Fachschule für Maschinenbau, die Hochschule Coburg, das Technologietransferzentrum Automotive, das Institut für integriertes Produktdesign, das Institut für Prototypen- und Modelltechnik, das Institut für Sensor- und Aktortechnik, das Fraunhofer-Anwendungszentrum für drahtlose Sensorik, Verbände, Bildungsträger und eine IHK-Aquisiteurin für Studienabbrecher. Der IHK-Präsident sprach von "hybriden Bildungsangeboten", die ein Studium auch mit und nach einer beruflichen Ausbildung ermögliche. Dabei werde die IHK Nordbayern und Südthüringen im Blick haben. Neben der Ausbildung will das Kompetenzzentrum die Region Coburg auch als Zentrum des Maschinen- und Anlagenbaues vermarkten.


40 Prozent übernimmt Freistaat

Oberfranken und besonders Coburg ist nach den Worten des Abteilungsdirektor der Bezirksregierung, Thomas Engel, "ein klassischer Industriestandort", der sich durch qualifizierte Mitarbeiter in der Vergangenheit zu seiner Bedeutung und Stärke entwickeln konnte. Die 393.000 Euro Förderung des Freistaates sind 40 Prozent der Kosten für das Kompetenzzentrum, die restlichen 60 Prozent übernimmt die Industrie- und Handelskammer zu Coburg.

Zustimmung für das Projekt des Kompetenzzentrums kam von den Personalleitern der Firmen Kaeser und Brose sowie Vertretern der Hochschule Coburg.