Freie künstlerische Entfaltung und strenge Hygieneregeln - diese beiden Gegensätze müssen wohl auch in diesem Jahr bei den 20 Workshops der Sommerakademie in Einklang gebracht werden. Dass es funktionieren kann, konnte im Vorjahr unter Beweis gestellt werden. Mit knapp 100 Teilnehmern und 14 Workshops verlief die Sommerakademie 2020 genauso gut wie sonst, bilanziert Oliver Heß, der Verantwortliche für die Sommerakademie bei der VHS Coburg.

Das Konzept setze ohnehin auf kleine Gruppen von maximal zehn Teilnehmern, sodass eine intensive Betreuung durch den leitenden Künstler oder die Künstlerin möglich sei, sagt Heß. Außerdem sind wieder viele Kurse im Freien geplant, wie die Naturfotografie (12.und 13. Juni, Dozent: Marcus Sonntag), die Mal- und Zeichensafari im Wildpark Schloss Tambach (26.Juni, mit Birgit Maria Götz), die Reise durch die Fränkische Toskana (3.und 4. Juli, mit Oliver Heß), das kreative Wochenende unter Schafen in der Alten Schäferei in Ahorn (10. und 11. Juli, mit Christine Rechl) oder die Lederbildhauerei im Innenhof der Veste Coburg (17. und 18. Juli, mit Karin Engelhardt). Andere Kurse wie Holzskulptur (Frank Meyer) oder Acrylmalerei (Hye Chung-Lang) sind in großzügigen Räumlichkeiten auf der Ernstfarm oder in der kultur.werk.stadt Neustadt geplant.

Wiederholungs-Künstler

Etwa ein Viertel der Teilnehmer von 2019 haben auch 2020 wieder an der Sommerakademie teilgenommen. "Manche Workshops wie zum Beispiel der Aquarellkurs von Marina Abramova haben treue Anhänger, die diesen jedes Jahr besuchen", berichtet Heß. Andere gönnen sich jedes Jahr einen Kurs, wollen aber gerne immer wieder was Neues ausprobieren. Für diese Zielgruppe ist es wichtig, im Programm neue Anreize zu schaffen. Manche Kurse seien schon gut gebucht, so wie eben die Aquarellmalerei, das Schafe-Zeichnen oder die Lederbildhauerei.

Mit "Keine Angst vor der weißen Leinwand" bietet in diesem Jahr die Coburger Malerin Sabine Gillde erstmals einen Workshop, der Anfängern und Fortgeschrittenen Mut zum Experiment machen möchte. Gemeinsam mit der Dozentin wird zunächst ein individuelles Motiv entwickelt, viele malerische Techniken wie das Arbeiten mit Pigmenten und Eitempera können unter fachkundiger Anleitung ausprobiert werden.

Künstlerisch auf ganz neues Terrain wagen sich die Teilnehmenden des Kurses "Von der (kurzen) Freiheit, ein abstrakter Körper zu sein". Den Kurs leitet die Münchner Installations- und Performancekünstlerin Judith Egger. "Ein Glückstreffer", freut sich Oliver Heß, "denn Judith Egger ist mit Ausstellungen in Madrid, Paris, London oder New York eine international gefragte Künstlerin und noch dazu eine äußerst sympathische Person. Es hat viel Spaß gemacht, mit ihr zusammen das Angebot der Sommerakademie zu entwickeln." Bei diesem Angebot geht es darum, sich selbst zu entmenschlichen und sich in eine aus Papier, Pappe und anderen Materialien bestehende abstrakte Skulptur zu verwandeln. Am Ende wird jede im Außenraum fotografiert oder auch gefilmt - diese Dokumentation ist dann das bleibende Ergebnis des Prozesses. Auch eine gemeinsame Performance ist denkbar.

Zwei Ausstellungs-Jahrgänge

Als Partner der Volkshochschule bietet der Kunstverein Coburg den Teilnehmern und Dozenten seit vielen Jahren die Möglichkeit, ihre Werke in einer Ausstellung im Pavillon zu präsentieren. Zudem verleiht die VR-Bank am Ende der Ausstellung einen Kulturförderpreis mit Prämien in einem Gesamtwert von 1000 Euro. Da dies alles 2020 wegen der Corona-Beschränkungen nicht möglich war, soll es in diesem Jahr eine Doppelausstellung beider Jahrgänge von 2019 und 2020 geben. Auch der Kulturförderpreis soll zweifach vergeben werden.

Anmeldung und Informationen unter www.sommerakademie-coburg.de