Die Diskussion um den Bau eines Verkehrslandeplatzes in der Region geht auch nach Bekanntwerden der "Kombi-Lösung" mit Bamberg zur Weiterführung des Geschäftsflugverkehrs weiter. Jetzt hat Dagmar Escher, Sprecherin der Interessengemeinschaft "Bürger für ihre Region gegen den neuen Verkehrslandeplatz", den Coburger Oberbürgermeister, Norbert Tessmer (SPD), attackiert.
Tessmer hatte bei der Vorstellung der neuen Pläne für den Flugverkehr die Forderung gestellt, dass der Freistaat Bayern der Projektgesellschaft die Kosten für die bisherigen Planungen übernehmen erstatten müsse.
"OB Tessmer hatte im März 2014, vor seiner Wahl zum Oberbürgermeister, die Chance das Desaster zu verhindern", schreibt Escher. Damals habe die Bürgerinitiative (BI) gegen des Verkehrslandeplatz Tessmer ihre Unterlagen vorgelegt und den damaligen OB-Kandidaten um Überprüfung der Sachverhalte durch einen unabhängigen Fachmann gebeten - nichts sei geschehen.
Darüber empört sich Escher: "Nun fordert er allen Ernstes die Ausgaben für die eigene Fehlplanung vom möglichen, zukünftigen Zuschussgeber Freistaat Bayern zurück." Dafür gibt es nach Ansicht der Flugplatzgegner keine Rechtsgrundlage. Der Freistaat sei nicht der Auftraggeber für Planung und Planfeststellungsverfahren gewesen. Deshalb stellt die BI-Sprecherin die Frage: "Was haben die Steuerzahler im restlichen Bayern mit dem Coburger Murks zu tun?"
Stattdessen stellt Dagmar Escher Regressansprüche an die Planungsgesellschaft für den Verkehrslandeplatz in den Raum. Die in ihrer Existenz gefährdeten Landwirte, der Bund Naturschutz und die Schutzgemeinschaft "Weißer Berg" in Meeder hätten schließlich in der Vergangenheit "zigtausende Euro" für Anwaltskosten im Verfahren aufgebracht. Zudem seien die ländlichen Wirtschaftsbetriebe wegen der Veränderungssperre seit Jahren nicht in der Lage gewesen, zu investieren. Deshalb ist Escher davon überzeugt: "Mit Regressansprüchen darf gerechnet werden."
Zudem fordert Dagmar Escher ein schnelles Ende des laufenden Planfeststellungsverfahrens. Entweder muss dafür der Antrag auf Planfeststellung durch die Projektgesellschaft zurück gezogen werden oder das Luftamt Nordbayern muss entscheiden. "Ein ruhendes Verfahren ist nicht zu akzeptieren", stellt die Sprecherin klar. red