Ja, ist denn schon wieder Weihnachten? Frei nach Franz Beckenbauer könnte sich das fragen, wer mit wachen Augen durch das Coburger Ketschentor geht. So wie Horst Müller, der auf seiner täglichen Einkaufstour vom Markt durch die Ketschengasse läuft. Und er kann nicht verstehen, warum die Blumenkästen über eben diesem Torbogen so kahl und unschön sind. "Warum können kleinere und vielleicht ärmere Städte wie Bad Rodach, Seßlach oder Neustadt ihre Eingänge mit Blumenschmuck verschönern?", fragt er. In Coburg spiele man wahrscheinlich wegen der Ketschenvorstadt-Erneuerung mit dem "So-da"-Effekt.

Eine Anfrage bei der Stadt sorgte zunächst für etwas Verwirrung. Gehört das Tor nicht vielleicht der Wohnbau, die als Sanierungsträger die Planungen koordiniert? "Nein", sagt Christian Meyer, seit Juni offiziell Geschäftsführer der Wohnbau.
Vorsichtshalber hat er das aber noch einmal prüfen lassen, um dann festzustellen: "Für das Ketschentor ist die Stadt zuständig."

Pressesprecher Michael Selzer verspricht, dass nun rasch und unbürokratisch reagiert werden soll, obwohl die Weihnachtsdekoration definitiv nicht im Auftrag der Citymanagerin Annette Kolb angebracht worden sei. "Wir fragen jetzt nicht weiter nach, wer die Sterne dort aufgehängt hat, sondern räumen sie einfach weg", sagt Michael Selzer, dem, wie vielen anderen Passanten auch, der weihnachtliche Schmuck noch nicht aufgefallen ist.

Was die Bepflanzung der Blumenkästen über dem Torbogen betrifft, will sich der Pressesprecher mit den Verantwortlichen im Grünflächenamt in Verbindung setzen. Aber: "Selbst wenn es nicht so aussieht, wäre die Pflege doch ein immenser zeitlicher Aufwand. Da muss regelmäßig jemand aufschließen mit der Gießkanne nach oben steigen. Vielleicht finden wir trotzdem eine Lösung."