Eine besondere Zeit kann auch der Anlass für besondere Ideen sein. In Lautertal feiert inmitten des Corona-Lockdowns der "Kinderbote" seine erste Auflage. Die örtliche Jugendpflege mit Michael Wohl und Anna Oberender wollte den Jahreswechsel "nicht sang- und klanglos vorübergehen lassen". Vielmehr war es das Ziel, den Kindern für die verlängerten Weihnachtsferien etwas an die Hand zu geben, das die Fantasie anregt, zum Mitmachen einlädt und Spaß bereitet.

In enger Zusammenarbeit mit Florian Herrmann (Jugendpfleger in Weitramsdorf) entstand der erste "Lautertaler Kinderbote". Dabei handelt es sich um eine Ferienzeitung der örtlichen Jungendpflege, die besonders Kinder im Grundschulalter ansprechen soll. Michael Wohl erklärt, wie es dazu kam: "Die Idee hierzu entstand im Grunde, nachdem wir aufgrund der Corona-Beschränkungen das Programm für die Herbstferien komplett absagen mussten." In normalen Zeiten gebe es quasi keine Nachfrage nach Betreuung während der Weihnachtszeit und des Jahreswechsels, sagt der Jugendpfleger.

Weil die Inzidenzzahlen für das Coburger Land in den vergangenen Wochen stetig nach oben gingen, war den Verantwortlich der Jugendpflege schnell klar: Es werde keinen Sinn haben, ein Weihnachtsferienprogramm aus dem Boden zu stampfen, das eventuell wieder abgesagt werden muss.

Was auf dem Programm steht

Die Ferienzeitung ist keine Erfindung, für die sich die Lautertaler Exklusivrechte herausnehmen dürfen. Dennoch ist der "Lautertaler Kinderbote" eine Besonderheit. Wie eine Art Adventskalender ohne Türchen will er die Kinder einladen, vom 24. Dezember bis zum 8. Januar 2021 jeden Tag eine Seite aufzuschlagen und sich von den Angeboten animieren zulassen. Für den 26. Dezember werden die Kinder aufgefordert, Winter- oder Weihnachtsbilder zu malen und ins Rathaus zu schicken oder dort abzugeben. "Die schönsten werden im Amtsblatt oder der nächsten Ausgabe des Kinderboten veröffentlicht", verspricht Michael Wohl. Auch werden die Kinder eingeladen, eine Wintergeschichte zu verfassen und diese an die Jugendpflege zu senden oder mit ihrem Lieblingswitz Anna und Michael aufzuheitern. Bastelanleitungen, Quizfragen und Rezepte runden den Kinderboten ab.

Ihr Zuhause müssen die Kinder am 27. Dezember verlassen, wenn Sie dem "Rathausdieb" auf die Schliche kommen wollen. Dieser hat etwas aus dem Büro des Bürgermeisters gestohlen hat. Aber was? Um das herauszufinden, müssen die jungen Detektive zehn geheime Hinweise finden, die sich an markanten Punkten in Lautertal befinden. Wer die richtige Lösung bis zum 8. Januar einsendet, kann auf einen interessanten Preis hoffen. Was genau verlost wird, wollte Michael Wohl nicht verraten. Nun ja ... Hinweise könnte es vielleicht schon jetzt geben.

Dem Redaktionsteam mit Michael Wohl, Anna Oberender und Florian Herrmann war es wichtig, "den Kindern etwas in die Hand geben zu können". Sie empfanden es als nicht besonders sinnvoll, den Nachwuchs in Zeichen von Homeschooling und digitalen Lehrformaten auch noch in der Freizeit vor die Computerbildschirme zu locken.

Resonanz erwünscht

Die ersten Hefte mussten aufgrund der Schulschließung eher als geplant an die Lautertaler Grundschüler verteilt werden. Im Rathaus liegen aber noch ausreichend Exemplare für die Kinder aus, die noch keinen Kinderboten erhalten haben. Über ein Feedback würde sich der Jugendpfleger freuen. Vorschläge, was verändert oder verbessert werden sollte, nehme er jederzeit gerne entgegen, versichert er. Eine zweite Ausgabe des Kinderboten hat Wohl fest im Blick: "Wir werden diesen aller Voraussicht nach zu den Faschingsferien herausbringen."

Anrufen & abholen Die erste Ausgabe des "Lautertaler Kinderboten" liegt ab sofort im Rathaus aus. Wegen der Corona-Beschränkungen bittet der Jugendpfleger, die Exemplare nur nach telefonischer Anmeldung unter der Telefonnummer 09561/862039 abzuholen.