Auf den ersten Blick ist es ein einfacher Holzkasten mit Schubladen. Doch der "Rumpel-Kumpel" hat es in sich. Viele Fächer laden zum Sammeln, Sortieren, Ordnen und Vergleichen ein. Der Innenraum gehört dem Kind ganz alleine, hat sogar ein Geheimfach. Außen sind Spanngummis angebracht, so lässt sich der Schrank individuell gestalten. Und es gibt einen Briefschlitz, wo Nachrichten eingeworfen werden dürfen.

Die Idee dazu kam Petersen eigentlich über das Sammeln: "Ich sammle Erinnerungen, so wie jeder Mensch. Sonst ist das Sammeln ja eher negativ belegt." Mit dem Produkt wird Kindern ein - aufgeräumter - Raum gegeben. "So werden sie animiert, neugierig durch die Welt zu gehen, zu sammeln, zu bewerten und auch mit Freunden zu vergleichen und ihre Dinge zu tauschen", erklärt sie den pädagogischen Hintergrund.

Praktikum im Kindergarten

Um ihre "Zielgruppe" besser zu verstehen, hat Maita Petersen ein Praktikum in einem Coburger Kindergarten absolviert. "Ich wollte verstehen, was die Kinder wollen und brauchen", erzählt sie. Als der "Rumpel-Kumpel" dann fertig war, hat sie ihn in den Kindergarten mitgebracht. "Manche Kinder wollten ihn gleich mit nach Hause nehmen oder für die Gruppe behalten."

Professor Gerhard Kampe hat die Bachelorarbeit betreut und ist stolz auf seine Studentin: "Ich hatte das Vergnügen, Frau Petersen, die über sehr viel Kreativität verfügt, in ihrer Bachelorarbeit zu betreuen, und freue mich sehr für sie über diese hohe Auszeichnung."

Große Konkurrenz

Der Preis wird jährlich im Rahmen der Messe "Kind und Jugend" verliehen. Obwohl die Messe in Köln 2020 nicht stattfand, wurden die jungen Designer dennoch ausgezeichnet. Schließlich bewarben sich in diesem Jahr 166 Beiträge aus 40 Ländern für den Kids Design Award. In einer Vorabstimmung hat die Jury, acht unabhängige Experten aus den Bereichen Design, Industrie und Bildung, zehn Produktideen nominiert.

"Bei so vielen Beiträgen war ich schon glücklich, unter den ersten zehn zu sein", erzählt Petersen bescheiden. Der erste Platz freut sie daher umso mehr, denn mit Blick in die Zukunft sagt sie: "Jetzt wäre es toll, wenn wir einen Hersteller fänden, damit der ,Rumpel-Kumpel‘ in viele Kinderzimmer einziehen kann."