"Es ist nicht selbstverständlich, dass die Bauern für unser tägliches Brot sorgen, um das wir uns auch im nächsten Jahr wieder keine Sorgen zu machen brauchen", sagte Hendrik Dressel (FW), als Seßlachs Erster Bürgermeister und Vorsitzender der Dorfgemeinschaft "1150 Jahre Gemünda" Gastgeber des Kreiserntedankfests.
Kreisbäuerin Heidi Bauersachs bedauerte, dass der Erntedank kaum noch als Fest wahrgenommen werde, wenn "die Milch endlos aus dem Tetrapack fließt und Gemüse und Obst endlos verfügbar sind." Dabei sei der Ertrag abhängig vom Machbaren: "Der Wechsel von Aussaat, Wachsen und Ernte ist nur bedingt beeinflussbar. Letztlich liegt das Gelingen nicht in unserer Hand."
Als Festredner attestierte Regierungspräsident Wilhelm Wenning den Coburger Landwirten ein "vernünftiges Maß an Selbstbewusstsein". Mit einem Haupterwerbsanteil von 60 Prozent der Höfe und 80 Prozent der Fläche liege der Bezirk weit über dem bayerischen Durchschnitt. Dennoch hätten seit 1980 pro Jahr 2,7 Prozent ihren Hof aufgegeben: "Der Strukturwandel hat hier einschneidend gewirkt", sagte Wenning.
Landrat Michael Busch (SPD) dankte den Bauern für ihr Engagement und erinnerte daran, dass die Landwirtschaft neben dem Tourismus eine "wichtige Säule der Wirtschaft im Coburger Land" sei. Mit der diesjährigen Ernte habe die regionale Landwirtschaft wieder ihre Leistungsfähigkeit bewiesen und auch die Nachhaltigkeit, laut Busch "das Gebot der Stunde", im Auge gehabt.