Direkt gegenüber der Katholischen Pfarrkirche Verklärung Christi zweigt eine unscheinbar wirkende Nebenstraße von der Hauptstraße Am Moos ab. Ihr Name erinnert an einen außergewöhnlichen Bürger Neustadts: Max Derra.

Lebenslang der Heimatstadt verbunden

Die Professor-Derra-Straße führt in einem Bogen zur Reißmannstraße - vorbei an einer Krankengymnastik- und einer Ergotherapie-Praxis sowie einer Glasbläserei. Diese Namensgebung würdigt das Wirken eines künstlerisch geprägten Pädagogen, der lebenslang seiner Heimatstadt verbunden blieb.

Max Derra wurde am 30. Dezember 1855 als Sohn einer künstlerisch begabten Familie in Neustadt geboren. Viele seiner Vorfahren und Verwandten waren damals in der für Neustadt so wichtigen Puppen- und Spielwarenindustrie tätig. Dabei entwickelten sie auf dem Gebiet des Bossiererhandwerks auch ausgeprägte künstlerische Fähigkeiten.

Die besonderen künstlerischen Talente seines Sohnes erkannte der Vater rasch und lenkte dessen Ausbildung bewusst in die passende Bahn. Max Derra wurde später als Lehrer an die Herzogliche Industrie- und Gewerbeschule berufen, die er schließlich als Direktor leiten sollte.

Als Lehrer und später als Direktor der Gewerbeschule entfaltete Derra sein Talent, begabte junge Menschen in ihrer Entwicklung zu fördern und ihnen vielfältige Anregungen mitzugeben auf ihrem Weg durch das Leben. Damit wiederum nahm er nachhaltig Einfluss auf Entwicklung der Puppen-Spielwarenindustrie und der Bossiererzunft.

Den Titel Professor verdankte Derra seinem künstlerischen Einsatz bei der Gestaltung des Prnzregententurms in Neustadt. Für den Sockel des Turms entwarf Derra vier Reliefs, die adeligen Herrschern gewidmet waren: Prinzregent Ernst zu Hohenlohe-Langenburg, Herzog Carl Eduard, Herzog Ernst II. und Herzog Alfred. Neben dem pädagogischen Wirken spielte das künstlerische Schaffen eine wichtige Rolle in Derras Leben. So schuf er neben zahlreichen Ölgemälden auch viele Zeichnungen sowie Plastiken.

Dazu zählt nicht zuletzt das Denkmal für einen prominenten Bürger Neustadt: Heinrich Schaumberger. Max Derra starb am 31. Januar 1924 und wurde auf dem Friedhof seiner Heimatstadt beerdigt.