Christiane Maag wurde am vergangenen Sonntag von der Bayreuther Regionalbischöfin Dorothea Greiner in der Pfarrkirche Heilig Kreuz festlich in ihr Amt eingeführt. Maag war 2015 aus der evangelisch-lutherischen Kirche ausgetreten. Damals hieß sie noch Christiane Müller. Sie machte eine Lebenskrise durch. Nach einer Zeit der Sinnsuche mit der vorübergehenden Zugehörigkeit zu einer anderen christlichen Kirche ist die Geistliche wieder in die bayerische Landeskirche zurückgekehrt.

Maag ist eigentlich seit 2004 Pfarrerin. Damals wurde sie feierlich in ihr Amt eingesetzt. Bischöfin Greiner passte sich mit einem neuen liturgischen Format, das sie mit kreiert hatte, diesem Umstand an. Das neue Format fand zum ersten Mal in Oberfranken statt und ähnelte dem äußeren Anschein nach einer originären Ordination. Kern sind dabei die Handauflegung und die Ordinationsgelübde. Dazu gehören auch die Wahrung des Beichtgeheimnisses sowie die rechte Verkündigung des Wortes Gottes und die Sakramentsverwaltung. Da es ja keine echte Ordination war, sagte Greiner: "Wir knüpfen an Ihre Ordination an, die lebenslang Gültigkeit hat." Pfarrerin Maag bekam auch keine neue Urkunde, sondern ihre Ordinationsurkunde aus dem Jahr 2004, die in der Kanzlei der Bischöfin gut verwahrt war.

Greiner sagte dabei zu Christiane Maag: "Sie merkten, wie sehr Sie evangelisch sind, und spürten die Berufung Gottes, ihn zu verkündigen, wieder kräftig. Der Ruf Gottes war in Ihnen lebendig geblieben."

"Echte Wunder erlebt"

Greiner erwähnte in ihrer Einführungsansprache auch die Höhen und Tiefen der geistlichen Auszeit der Pfarrerin und vom Kennenlernen des Ehemannes Christoph Maag, eines römisch-katholischen Christen. Die Liebe zur Musik verband beide, Christoph Maag ist Musiker beim Philharmonischen Orchester Landestheater Coburg. Mit 44 Jahren wurde Pfarrerin Maag schwanger, der gemeinsame Sohn Korbinian ist inzwischen zweieinhalb Jahre alt. Zeitgleich mit der Schwangerschaft musste Christiane Maag noch von einer schweren Erkrankung erfahren, die mittlerweile ausgestanden ist. Maag vermutete in ihrer Predig, dass nachlassende Begeisterung und Frust keine Einzelfälle seien. "Der Kontakt mit Gott war wie unterbrochen, der Draht nach oben wie gekappt." Und trotzdem: "Ich habe echte Wunder erlebt!" Sie erinnerte an ihre Ehe, an die Geburt des Sohnes und den Sieg über ihre Krankheit. Der zentrale Satz des Predigttextes war auch der Mut machende Schlusssatz: "Gott hat uns nicht gegeben den Geist der Furcht, sondern der Kraft, der Liebe und der Besonnenheit!"

Heilig-Kreuz-Kantor Sigurd Knapp begleite den Festgottesdienst an der Orgel. Pfarrerin Simone Röger begrüßte Pfarrerin Maag im Namen des Coburger Pfarrkapitels.

Am Gottesdienst nahmen auch Dekan Andreas Kleefeld, Alt-Dekan Christoph Liebst und die Vorsitzende des Evangelischen Bildungswerkes Coburg, Christine Liebst, teil. mako