Für die Mitglieder der Dorfgemeinschaft stand schon 2015 fest, dass der 700. Geburtstag ihres Ortes gebührend gefeiert werden soll. Wie so oft kam auch der Gedanke, eine Festschrift zu erstellen.
Es war dann Gerd Mücke, dem eine Festschrift zu "mager" war. Eine Chronik sollte es werden.
Was aber dann herauskam, war keine Chronik, sondern eine kulturelle Schöpfung, die das Leben im Dorf von gestern und der Gegenwart aus einer Perspektive aufzeigt, die so nicht zu erwarten war. Gerd Mücke und seine Helfer haben etwas für die Ewigkeit geschaffen.

Am vergangenen Wochenende stellte er im Namen der Dorfgemeinschaft das Kunstwerk der Öffentlichkeit vor. Ein erstes Exemplar konnte er Bürgermeister Marco Steiner (FW) aushändigen, der sich überaus beeindruckt von der Akribie und der Schaffenskraft zeigte, die hinter der Ortschronik stehe.


Viele Mitstreiter gefunden

Gerd Mücke hat nach eigenen Worten viele Mitstreiter gefunden, die ihn mit Aufzeichnungen, alten Geschichten und historischem Wissen unterstützen. "Die Kunst war es, Menschen zu finden", erzählte Gerd Mücke und fügte hinzu, dass es Freude gemacht habe, viele Gespräche auch mit Nachkommen ehemaliger Blumenroder zu führen.

Im Mittelpunkt des 216 Seiten umfassenden Kunstwerkes steht der Mensch. So finden sich fast alle Häuser und deren Bewohner in dem Buch wieder. Damit dokumentieren die Familien, dass sie hinter der Idee stehen, die Gerd Mücke in die Tat umsetzte. Der Leser wird von der Blumenroder Geschichte zu den Bewohnern und ihren Häusern und damit schließlich zum Dorf selbst geführt, bis er bei den "Blumenroder Geschichten" landet.
Wichtig war es für Gerd Mücke, hier auch die "Dorfältesten" zu Wort kommen zu lassen. Und so sind die "Blumenroder Lebensläufe, vom Bauerndorf zum modernen Stadtteil Rödentals" entstanden.


Plattform für die Vereine

Auch widmen sich einige Seiten, der Menschen, die ihre Heimat verloren haben und nach Blumenrod kamen. Aber auch den Vereinen wird in den Betrachtungen Aufmerksamkeit geschenkt. So ist die Ortschronik zu einer Plattform für die Feuerwehr Steinrod, den Gesangverein, den Obst- und Gartenbauverein, den Pfadfinderförderkreis sowie den Zimmerstutzenverein geworden. Auch hielt man unter dem Thema "Blumenrod und mehr" aktuelle und vergangene Daten fest.

Interessant ist, dass ein Artikel aus dem Coburger Tageblatt vom 5. Dezember 1919 "Mittagsausgabe" veröffentlicht wurde, in dem festgehalten wurde, dass Blumenrod sich mit 21:2 Stimmen für den Anschluss an Bayern ausgesprochen hat.

Bei aller Euphorie, die Gerd Mücke und seine Mitstreiter an den Tag gelegt haben, durften sie den finanziellen Aspekt nicht außer Acht lassen. "Bei einem Umfang von 216 Seiten haben wir nur 19 Seiten Anzeigen mit aufgenommen", erklärte Mücke und machte weiter deutlich, dass auch trotz der Unterstützung durch einige Sponsoren die Herstellungskosten nicht gedeckt werden konnten.
Mücke hofft daher darauf, dass die 300 Exemplare, die zu einem Verkaufspreis von acht Euro angeboten werden, schnell Abnehmer finden.