Der Callenberger Forst gilt seit vielen Jahren als eines der meist genutzten Naherholungsgebiete in Coburg. Familien mit Kind und Hund, Spaziergänger, Jogger oder ganze Sportgruppen sind dort, gerade jetzt im Sommer, täglich anzutreffen. Die zentrale Lage und der im Wald gelegene Trimm-dich-Pfad - oder moderner: Fitness-Parcours - tragen dazu bei, dass immer mehr Sportbegeisterte ihre Freizeit dort verbringen.
Vor 40 Jahren wurde zwischen der Herzoglichen Hauptverwaltung in Coburg, der das Gelände des Callenberger Forstes gehört, und dem damaligen Oberbürgermeister Wolfgang Stammberger ein Gestattungsvertrag über die Anlage des Trimm-dich-Pfades unterzeichnet. Die Entstehung ist auch eng mit dem Bundesgrenzschutz (BGS) verbunden. "Man wollte den Beamten ein Trainingsgelände bieten.
Dort konnten sie Waldläufe machen und Übungen absolvieren", erklärt Reinhard Paul, der mit seinem Ausdauersportverein "Run and Bike Team Coburg" vor zwei Jahren die Patenschaft für den Fitness-Parcours übernommen hat.
Seit seiner Errichtung wird der Trimm-dich-Pfad vom Coburger Grünflächenamt unterhalten. "Es repariert kaputte Geräte, tauscht morsche Hölzer aus und hält die Wege in Schuss", erzählt Paul. "Die Verwaltung liegt bei der Behörde. Wir als Patenverein bilden den sportlichen Part dazu." Reinhard Paul und sein Team sehen ihre Aufgabe als Paten des Fitness-Parcours darin, Hobbysportlern Tipps zur Benutzung und zum Thema Ausdauersport im Allgemeinen zu geben.
Daneben kontrolliert das "Run and Bike-Team" - zusätzlich zum Grünflächenamt - zweimal im Jahr Parcours und Wege. "Bei meinen Kontrollen habe ich immer weiße Farbe dabei. Damit markiere ich zum Beispiel Baumstümpfe an den Wegen, die zur Stolperfalle werden könnten", erklärt Paul. Aber auch auf kaputten Geräten hinterlässt er eine Markierung. "Die Mitarbeiter des Grünflächenamtes kümmern sich dann darum, diese Mängel zu beseitigen. Wir arbeiten Hand in Hand."

Jeder kann den Pfad nutzen

Das Konzept eines Trimm-dich-Pfades ist es, dass jeder ihn nutzen kann, wann und solange er möchte. Genau hier liegt für Paul ein Problem, denn gerade im Winter und in der Übergangszeit könnten Sportler eben nicht trainieren wann und solange sie möchten, erklärt er. In dieser Zeit sei es nämlich zu früh zu dunkel zum Trainieren. "Eine Beleuchtung wäre eine echte Bereicherung für die Anlage."
Eine weitere Aufwertung könnte der Fitness-Pfad durch die Erneuerung der Zugangswege, insbesondere des Weges vom Hörnleinsgrund her, erfahren. "Die Wege am Trimm-dich-Pfad selbst sind gut gepflegt und erhalten, aber die Zugangswege müssten dringend verbessert werden", sagt Paul. "Ich habe mir vorgenommen, das in Angriff zu nehmen und die dafür nötigen Gelder zu akquirieren."
Durch neu aufgekommene Sporttrends wie Fitnessstudios oder Konsolen-Fitness seien die klassischen Trimm-dich-Pfade etwas ins Hintertreffen geraten, sagt Paul. "Heute geht der Trend allerdings wieder zurück zum Sport in der Natur und damit auch zurück zum Trimm-dich-Pfad." Vor allem am Wochenende wird die Anlage häufig von Familien genutzt. Ansonsten sind dort täglich zahlreiche Sportler anzutreffen, die Abwechslung zum Alltag suchen. Natürlich trainiert auch das "Run and Bike-Team" regelmäßig auf dem Fitness-Pfad.
An 20 Stationen können Sportler etwas für ihre Fitness tun. Jede der Übungen ist auf einer Infotafel dargestellt und beschrieben. Zudem ist jede Übung abgestuft für Geübte sowie für Familien und Ungeübte. Die Infotafel enthält entsprechende Angaben, wie viele Wiederholungen für die einen oder anderen empfohlen werden.
Natürlich dient der Callenberger Forst nicht nur als Sportstätte. "Für die Herzogliche Verwaltung ist die Fitness-Anlage eine Art Gratwanderung", sagt Reinhard Paul. "Auf der einen Seite muss und möchte sie ihre Waldwirtschaft betreiben, währenddessen ist für die Sportler Vorsicht geboten." Auf der anderen Seite steht die lange Tradition des Fitness-Parcours. "Die Zusammenarbeit zwischen den zuständigen Behörden und dem Eigentümer klappt seit 40 Jahren ausgezeichnet. Das wird sicher auch weiterhin so sein." Apropos 40 Jahre: Sollte ein solches Jubiläum nicht gefeiert werden? "Das Jubiläum wurde schon thematisiert. Doch leider hat bisher noch niemand, weder die Stadt, noch der Eigentümer des Geländes oder wir, die Initiative für die Organisation einer Jubiläumsveranstaltung ergriffen", bedauert Reinhard Paul und versichert: "Das ,Run and Bike-Team‘ würde eine solche Feier auf jeden Fall unterstützen!"