Eine Ära ist zum Jahreswechsel zu Ende gegangen. Nach 25 Jahren Tätigkeit als Leiter der Kantorei legte Axel Meyer am Ende des traditionellen Weihnachtskonzerts seinen Taktstock aus den Händen. Den Lautertalern bleibt er aber als Organist erhalten.


Erinnerungen eines scheidenden Chorleiters


Die Entscheidung, aus dem Amt zu scheiden, hat sich Axel Meyer nach eigenem Bekunden nicht leicht gemacht. Letztendlich kam er zu der Überzeugung, dass man dann aufhören sollte, wenn es am schönsten sei. "Ich wollte nicht darauf warten, dass mich andere Umstände dazu zwingen, aufhören zu müssen", sagte Axel Meyer. Die Idee, eine Kantorei zu Gründen, entstand aus einem Gespräch mit dem damaligen Pfarrer Wolfgang Butz heraus. An dessen Verlauf erinnert sich der scheidende Chorleiter noch heute gut.
Dass es dann 25 Jahre werden, hätte er sich zum damaligen Zeitpunkt nicht träumen lassen.


Übergangslösung für die Kantorei


Aber nicht nur mit Erwachsenen arbeitete Axel Meyer gerne zusammen. Aufgrund seiner Initiative entstand auch die Kinder-Kantorei, die er sechs Jahre lang betreute. "Aber irgendwann kommt der Zeitpunkt, an dem man erkennt, dass alles - Beruf, Organist und Chorleiter - zu viel wird und man Abstriche machen muss", erinnert sich Axel Meyer. Zufrieden zeigte sich Meyer nach seinem letzten Konzert, dass sich eine Übergangslösung für die Kantorei abzeichnet. Wie dann ein endgültiges Ergebnis bei der Suche nach einem Chorleiter aussieht, liegt nicht mehr in seinen Händen. "Wenn es gewünscht ist, stehe ich dem Chor selbstverständlich als entspannter Sänger zur Verfügung", betonte Axel Meyer.

Goldene Ehrennadel

Pfarrer Martin Kollei hob beim musikalischen Gottesdienst das 25 jährige Wirken von Axel Meyer im Dienste der Verkündung des Wort Gottes hervor. Im Namen des Verbandes der evangelischen Kirchenchöre in Bayern zeichnete Pfarrer Kollei den scheidenden Chorleiter mit der goldenen Ehrennadel aus.


Letztes Weihnachtskonzert



Auch Meyers letztes Weihnachtskonzert, das unter der Überschrift "Hört der Engel Lied voll Freud" stand, trug unverkennbar die Handschrift des Kirchenmusikers aus Leidenschaft. Meyer deckte mit "seiner" Kantorei - gemeinsam mit den Posaunenchören aus Weißenbrunn vorm Wald und Unterlauter (Leitung Christina und Christian Kern), Sonja Engelhardt (Waldhorn), Nora Meyer (Altstimme), Arno Seifert (Klavier und Orgel), Gerda von Wechmar, Laura Hahn (Violine) und Ulrike Maria Gossel (Cello) - ein breites Spektrum kirchlicher Musik ab. So spannte sich das Repertoire aus der Zeit des Barock bis hin zum Jazz - natürlich auch mit Stücken aus dem Weihnachtsoratorium von Johann Sebastian Bach und der "Deutschen Messe" von Franz Schubert zu den Programmpunkten gehörten.


"Wir sind in Gottes Hand"


Einen Glanzpunkt setzte Arno Seifert mit einer Paraphrase über "Tochter Zion" aus dem Oratorium "Judas Macchabäus" von Georg Friedrich Händel. Bei all den anspruchsvollen Stücken, die in der vollbesetzten Trinitatiskirche zu hören waren, ließ Axel Meyer das Auditorium nicht allein. Fachmännisch und informativ zugleich führte er die Zuhörer an die einzelnen Darbietungen heran. Bezeichnend war das letzte Werk, das Axel Meyer mit der Kantorei zelebrierte. Mit "In Frieden lasst uns gehen, wir sind in Gottes Hand" verabschiedet er sich von der öffentlichen Bühne.