Zwei Boote, luxuriöse Zelte und Hütten auf Stelzen - der Campingplatz in Bad Rodach neben dem Waldbad erfährt im nächsten Jahr eine außergewöhnliche Erweiterung. Alexandra und Jan Schenkel verwirklichen am Rand des Platzes ihre Vorstellungen eines unkonventionellen Campingurlaubs. Die ersten Gäste sollen im Jahr 2022 einziehen können.

Die Familie Schenkel ist bei ihren Urlaubsreisen oft mit dem Wohnwagen unterwegs. "Auch in Baumhäusern haben wir übernachtet", sagt Alexandra Schenkel. Irgendwann war dann das "Bild von Booten im Wald im Kopf", erinnert sich Jan Schenkel. Diese "Verrücktheit" gebe es zumindest in der weiteren Umgebung nicht, und so erweiterte sich die Vorstellung von Wind, der Blätter anstelle von Wasser rauschen lässt. "Dafür wird man hier vom Klopfen der Spechte geweckt."

Drei Parzellen gepachtet

Auch ein Baumhaus-Hotel beflügelte die Ideen, und so machten die Eheleute ihren Plan offiziell. "Die Anlage steht kurz vor der Genehmigung durch die Stadt", wo man von dem Vorhaben angetan gewesen sei. Die drei Parzellen für ihr Projekt auf dem städtischen Campingplatz hat das Ehepaar gepachtet.

Zuerst hatten Alexandra und Jan Schenkel die Boote direkt im Waldbad neben Wasser platzieren und Hütten auf Stelzen mit einer Veranda über dem Wasser bauen wollen. Das aber hat sich nicht realisieren lassen und so wird das etwas andere Campen etwa 100 Meter entfernt vom Bad Rodacher Waldbad entstehen.

Ein Kajütboot steht schon auf einem Trailer im Wald und wartet auf den Ausbau durch Jan Schenkel. Das Motorboot wurde vermutlich in den 1970er Jahren gebaut und stammt aus Holland. "Gefunden haben wir das bei Ebay-Kleinanzeigen", erzählt Alexandra Schenkel. Ebenso war das zweite Boot im Internet ausgemacht worden. Dieses Fahrzeug hat eine bewegte Geschichte, handelt es sich doch um ein Seenot-Rettungsboot aus den USA. Der genietete Stahlrumpf war in den 50er Jahren des vergangenen Jahrhunderts zu einem Segelboot umgebaut worden und kam dann so nach Europa.

Ein Autokran wird im November das 6,5 Tonnen schwere Boot zwischen die Fichten und Kiefern hieven. Terrassen werden den Zugang zu den Booten ermöglichen, die in erster Linie zum Schlafen vorgesehen sind. Jan Schenkel, im Hauptberuf Designer, stellt sich einen durchaus luxuriösen und stylischen Innenausbau vor.

Wenn Glamour auf Camping trifft

Luxus und angenehmes Zelten versprechen die Glamping-Zelte, die auf einer Lichtung in der Nachbarschaft vorgesehen sind. Glamping steht für ein hohes Maß an Komfort, gepaart mit hochwertigem Mobiliar und luxuriöser Ausstattung der Zelte. Der Begriff setzt sich sich aus den englischen Wörtern "Glamour" und "Camping" zusammen. Etwa 20 Quadratmeter groß werden die Zelte sein. 2,50 Meter über dem Boden entstehen die Stelzenhäuser. Diese Variante wurde gewählt, "weil die Bäume hier den Bau richtiger Baumhäuser nicht zulassen". Der Baustil wird sich an Bootshäusern orientieren. In den Zelten, Häusern und Booten können maximal 20 Gäste unterkommen. Ihnen stehen die Sanitärräume des Campingplatzes zu Verfügung, "aber es wird auch Trocken-Toiletten geben", erklärt Alexandra Schenkel. Wasser und Abwasser wird in Kanistern geholt und entsorgt.

"Die Gäste werden inmitten des Waldes eine Entschleunigung und umfassende Entspannung erfahren", sind sich Jan und Alexandra Schenkel sicher, "denn hier ist es noch möglich, ausschließlich natürliche Geräusche zu hören".