Es war ein Weihnachtsgeschenk, doch Uwe Rückert hatte nicht damit gerechnet, dass es so viel Furore machen würde. Er schaffte es damit in den Focus, Radio- und Fernsehsender meldeten sich bei ihm. Und das alles, weil er seiner Frau, "die schon alles hat", etwas Außergewöhnliches schenken wollte. Tochter Linda surfte durchs Internet und stieß auf eine Charity-Aktion. Dort wurden Patenschaften fürs Wetter versteigert. Uwe Rückert fand das originell, kaufte das erste Tiefdruckgebiet mit dem Anfangsbuchstaben "Y" im Jahr 2012 und schenkte es seiner Frau Yuppadee. Das bedeutet, dieses Tief trägt ihren Namen in Deutschland. Vorgestern hatte es sich bei Grönland zusammengebraut. Deutschland wurde davon nur am Rand gestreift, in Hochlagen gab es etwas Schnee und frischen Wind.
Meteorologen bescheinigen Yuppadee "eine enorme Größe und Kraft". Das entspreche auch dem Naturell seiner Frau, sagt Uwe Rückert lachend. Groß sei sie zwar nicht, aber Kraft habe sie. "Yuppadee haut gern mal auf den Tisch." Und sie sei genauso spektakulär wie das Sturmtief mit ihrem Namen.
Und was sagt Yuppadee selbst zu ihrem Geschenk? "Ich finde das ein bisschen verrückt, aber lustig", sagt sie und verschwindet schnell wieder. Dass ein Tiefdruckgebiet nun den Namen seiner Frau trägt, konnte Uwe Rückert nicht beeinflussen. Seit 2002 kann man in Deutschland Hoch- und Tiefdruckgebiete kaufen. Ein Jahr tragen die Hochs weibliche Namen, die Tiefs männliche Namen. Im drauffolgenden Jahr wird getauscht. Früher war Mistwetter prinzipiell weiblich. Heute gibt es auf diesem Gebiet wenigstens Gleichberechtigung.
2012 haben die Tiefdruckgebiete wieder einmal Frauennamen. Pech für Uwe und Yuppadee Rückert? "Ich finde das nicht so schlimm. Ein Hoch ist oft langweilig, ein Tief bleibt im Gedächtnis, geht manchmal sogar in die Geschichte ein. Das passt zu meiner Frau", scherzt Uwe Rückert.