Wer will fleißige Handwerker sehn,
der muss zu uns Kindern gehn.
Stein auf Stein, Stein auf Stein,
das Häuschen wird bald fertig sein!

(beliebtes Kinderlied)

Wer in den vergangenen Monaten fleißige Handwerker sehen wollte, der konnte auch in die Leopoldstraße gehen. Dort hat sich in Rekordtempo ganz schön was verändert: Aus einem Schandfleck ist ein schicker Blickfang geworden! Möglich gemacht hat diesen erstaunlichen Wandel eine großzügige Spende des Coburger Ehrenbürgers Otto Waldrich.



Auch er hatte sich schon lange Zeit an dem leer stehenden und nach und nach immer mehr verfallenden Gebäude an exponierter Lage - immerhin direkt neben der Reithalle - gestört. "Das sieht nicht gut aus", sagte er in einem Gespräch mit dem Tageblatt. Er wünsche sich, dass dort etwas geschaffen werden, das einen "ordentlichen Eindruck" macht. Und weil ihm das Wohl der Studenten der Coburger Hochschule schon immer sehr am Herzen lag, kam Otto Waldrich auf die Idee, Studentenwohnungen zu schaffen.


Sanierung war nicht mehr möglich

Als das bestehende Gebäude in der Leopoldstraße inspiziert wurde, stellte sich sehr schnell heraus: Eine Sanierung ist nicht mehr möglich. Deshalb wurde das Haus im Sommer 2016 abgerissen und in den folgenden Monaten durch einen schicken Neubau ersetzt. Schon bald werden die ersten Studenten einziehen; insgesamt verfügt das "Studentenwohnheim Otto Waldrich" über zehn Wohnungen.


Besonders markant an dem neuen Gebäude sind die modernen Fensterläden aus Metall. In den sozialen Netzwerken wurde zwar auch schon gelästert, dass diese an das Gefängnis erinnern würden, das früher einige hundert Meter weiter in der Leopoldstraße stand. Doch sehr viele lobten dieses pfiffige Element, das zu einem Studentenwohnheim gut passe.


Übrigens: Wie hoch die Spende von Otto Waldrich war, um das Projekt zu ermöglichen, ist offiziell nicht bekannt. Dem Haushalt der Stadt ist aber zu entnehmen, dass der Bau des Wohnheims mit 1,2 Millionen Euro veranschlagt ist. Als Oberbürgermeister Norbert Tessmer (SPD) erstmals über die Spende informiert wurde, sagte er: "Ich bin sprachlos über so viel Engagement für unsere Stadt."