"Das Grippenspiel ist eine fränkische Komödie und geht trotzdem gut aus", sagt der Regisseur, Autor und einer der Hauptdarsteller, Rüdiger Baumann. "Ein fränkisches Stück darf nicht oberflächlich sein wie ein bayerischer Bauernschwank. Da gibt es Blicke hinter die Fassaden der Menschen. Nachdenklichkeit und sogar etwas Melancholie darf dabei sein."


Diese Rezeptur hat er beim "Grippenspiel" angewandt: Zwei gebeugte und doch aufrechte Antihelden retten sich mit Kreativität, Schalkhaftigkeit und Einfalt aus ihrem Tief. 2013 entstand das Stück und ist seither einer der Renner des Kulmbacher Theaters "Das Baumann" - kein Advent ohne "Grippenspiel" mit Georg Mädl und Rüdiger Baumann in 29 ihrer Paraderollen.


Ab 1989 bis Ende der 90er Jahre lebte die Familie Baumann in Gestungshausen. Rüdiger Baumann war damals als Fotograf tätig. Im Jahr 2000 kaufte er den Fränkischen Hof in Ziegelhütten und wollte eigentlich ein Fotostudio daraus machen. Aber es wurde im Lauf der Zeit eine Bühne daraus.


Das erste Gastspiel in Gestungshausen gab "Das Baumann" im vergangenen Sommer mit "A schöna Leich" im Gasthaus Bauer. "Das hat so viel Freude gemacht, dass gleich noch ein Auftritt vereinbart wurde: Das Grippenspiel am 18. Dezember", sagt Baumann.


Zur Handlung: Im 50. Jahr will der Heimatverein Harmonie sein Krippenspiel auf die Bühne bringen, aber alle 27 Darsteller haben eine mysteriöse Grippe. Eine Katastrophe, denn es muss gespielt werden. Seine Exzellenz, der Bischof höchstselbst hat seinen Besuch angekündigt!


Der Praktikant des Bischofs ist verzweifelt. Herr Krug, der Thekendienst hat, treibt ihn mit seinem stoischen Gleichmut zur Weißglut. Und dann geschieht ein Wunder.

Zwei entmutigte Außenseiter entdecken die Kraft, die in ihnen wohnt. Mit halsbrecherischem Mut stürzen sie sich in ein Abenteuer und erleben ihre Sternstunde.