"Nimm Rücksicht - #miteinander auf Coburgs Straßen" ist die Verkehrskampagne der Stadt Coburg überschrieben, die Oberbürgermeister Dominik Sauerteig am Dienstag vorgestellt hat. Am Schillerplatz präsentierte Sauerteig dazu großformatige Plakate an der Werbe-Stele der Stadt, die bei Auto- und Radfahrern für gegenseitige Rücksichtnahme während der nächsten Wochen werben. Weitere Plakate an den Brennpunkten sollen alle Verkehrsteilnehmer für Rücksicht sensibilisieren.

Da ist zu sehen, dass gedankenlose Autofahrer Radschutzstreifen blockieren und Radler so zwingen, zur Straßenmitte zu fahren. Ein anderes Motiv zeigt einen Radler, der durch die Fußgängerzone prescht und Fußgänger scheucht, oder Radler, die nebeneinander fahren und Autos behindern.

"Das Miteinander auf Coburgs Straßen klappt leider nicht immer gut. Mitunter sind es Fußgänger, die es sich auf dem Radweg gemütlich machen‘", sagte Dominik Sauerteig. Es fehle an Rücksicht aufeinander.

"Es geht mir ausdrücklich nicht darum, dass vor allem Autofahrer Rücksicht nehmen sollten", stellte der OB klar. Nur miteinander sei eine moderne Verkehrspolitik möglich, und "es gibt Regeln für alle". Hinzu komme, dass in der Coburger Innenstadt "selten ausreichend Platz ist, um Fußgänger, Radlern und Autofahrern genug eigenen Platz zu bieten".

Neue Radwege und ein Konzept

Die Stadt Coburg werde neue Radwege ausweisen, "aber der Platz des einen wird zu Lasten des anderen gehen", stellte der Oberbürgermeister fest. Das Auto werde nicht von der Kommunalpolitik verteufelt,denn die Menschen seien in der ländlichen Region auf den Pkw angewiesen. Der Mobilitätsmix jedoch ändere sich weg vom Pkw als bevorzugtem Verkehrsmittel.

Die Radfahrer sind nach den Worten Sauerteigs "grundsätzlich noch am stärksten im Hintertreffen". Für die immer mehr werdenden Radler wird die Stadt im Oktober über den Schlossplatz entlang der Arkaden einen asphaltierten Weg schaffen. Für die Goethe-, Viktoria, Lossau- und Schützenstraße sowie Judengasse wird es ein Radwegekonzept geben, und die Radwege außerorts erhalten ein Randmarkierung, was die Sicherheit nachts erhöht.

Fokus auf Fahrradtourismus

"Zudem ist es der Stadt wichtig, eine Nord-Süd-Magistrale für den Fahrradtourismus herzustellen", erläuterte Sauerteig. Dieser Tourismuszweig werde in den kommenden Jahren - auch durch E-Bikes - immer wichtiger. Coburg und Umgebung hätten viel zu bieten, dürften sich von diesem Tourismuszweig aber nicht durch unattraktive überregionale Verkehrswege abhängen lassen.

Oberbürgermeister Sauerteig kündigte außerdem an, dass am Kino eine neue Abstellmöglichkeit für Fahrräder geschaffen werde.

Was nach den neuen Verkehrsvorschriften in Coburg erlaubt und verboten ist

Verbot Seit Ende April darf auf Radschutzstreifen nicht mehr angehalten werden. Bis dahin konnten Autos auf den mit unterbrochenen Linien am rechten Straßenrand markierten Radfahrstreifen bis zu drei Minuten halten. Nun drohen dafür bis zu 100 Euro Strafe und ein Punkt. Abstand Radler dürfen nach den neuen Vorschriften nebeneinander fahren, aber nur, wenn kein anderer Verkehrsteilnehmer behindert oder gefährdet wird. Beim Überholen von Fahrrädern, Fußgängern und Elektrotretrollern durch Autos gilt innerorts ein Mindestabstand von 1,5 Metern, außerorts von zwei Metern. Bisher war nur ein "ausreichender" Abstand vorgeschrieben. Bußgelder Für Radfahrer wird es teurer, unerlaubt auf dem Bürgersteig zu fahren: Es fallen 25 statt 15 Euro an; das Bußgeld bei Gefährdung stieg von 25 auf 35 Euro.