Die Frage, wie Neustadt zu einem Bahnübergang kommen könnte, der stets passierbar bleibt, beschäftigte auch die Ökologisch-Demokratische Partei (ÖDP) im Landkreis bei ihrer Klausurtagung. Sie kommt zu einem völlig anderen Ergebnis, als die Verkehrsplaner, die sich bisher mit der Frage beschäftigten.
Es geht vor allem darum, eine Passage für Rettungsfahrzeuge zu haben, wenn sich die Schranken an den Bahnübergängen in Neustadt schließen. Das ist oft der Fall und kann je nach Übergang ziemlich lange dauern. Das vom Landkreis und der Stadt verfolgte Konzept sieht vor, den Übergang in der Ketschenbacher Straße zur Unterführung umzubauen. Das geht dort recht gut, weil er auf einem Hügel liegt. Der Übergang in der Coburger Straße könnte dafür wegfallen. Der Verkehr würde über die Straße am Gericht, den Kreisel am Schwimmbad und die Ketschenbacher Straße in die Stadt und zurück fließen. Erste Mittel für die Umsetzung sind im Kreishaushalt bereits vorgesehen.
Der Vorschlag der ÖDP sieht ganz anders aus. Nach dem vom Neustadter ÖDP-Stadtrat Thomas Büchner vorgelegten Konzept sollte der Bahnübergang Coburger Straße offen bleiben, weil er Haarbrücken und das "Musikerviertel" gut an die Innenstadt anbindet. Der Übergang Ketschenbacher Straße könnte geschlossen werden, weil er jetzt schon nur in einer Richtung passiert werden kann und es von Vorteil für das Freibad wäre, wenn die Liegewiese abgasfrei bleiben könnte.
Den Übergang Eisfelder Straße sehen die ÖDP-Politiker als sinnvoll für eine Über- oder Unterführung an. Er böte eine gute Verbindung für den Notarzt, sorge für eine durchgängige Erreichbarkeit des Bahnhofs aus allen Stadtteilen und werte den gesamten Bahnhofsbereich auf. Außerdem werde der nach ÖDP-Einschätzung unfallträchtige Bereich der Eisfelder Straße damit entschärft.
Tatsächlich gibt es noch keine festgelegte Planung, wie Oberbürgermeister Frank Rebhan (SPD) auf Anfrage bestätigte. Aber es gibt eine Expertise, die von der Stadt in Auftrag gegeben wurde. Das Werk der Verkehrsexperten ist wohl fertig, denn es soll demnächst dem Bausenat vorgelegt werden, sagte Rebhan, der die Inhalte selbst noch nicht kennt.
Wenn die Planung bisher stets von einer Unterführung für die Ketschenbacher Straße ausging, dann folge man der Logik, so Rebhan. Die Geologie erlaube den Bau einer Unterführung dort eben leichter als an allen anderen Übergängen. Bei einer Unter- oder Überführung in der Eisfelder Straße müsste sich das Bauwerk über eine weite Distanz erstrecken, um die Höhenunterschiede zu überwinden.