Zweiter Bürgermeister Claus Höcherich (GUB) ist heute noch Stolz darauf, dass seine Vorgänger in den wichtigen Gremien der Gemeinde einst diese Entscheidung getroffen haben. Es war kurz vor dem Zweiten Weltkrieg, als das Schwimmbad im Hörnleinsgrund von 1937 bis 1938 durch Hand- und Spanndienste der Bürger in Eigenleistung geschaffen wurde.
Noch heute ist das Schwimmbad, erzählt der stellvertretende Bürgermeister, ein "wichtiger Faktor, was die Naherholung und die Gesundheitsförderung in der Gemeinde betrifft". Am kommenden Samstag wird das 75-jährige Bestehen des Bades mit einem Sommerfest gefeiert.

Nach 40 Jahren war fast Schluss

Schon als das Freibad vor 75 Jahren der Bevölkerung übergeben wurde, waren viele Besucher aus den Nachbarorten unter den Stammgästen. Das ist heute noch so, weiß Claus Höcherich: "Das Bad ist nicht nur für die Bürger der Gemeinde Sonnefeld, sondern auch für die umliegenden Gemeinden ein sehr beliebter Erholungsort."
Und weil das Freibad einfach zu Sonnefeld gehört, hat die Gemeinde auch immer wieder investiert: 1970 wurde eine Gasheizung zur Erwärmung des Beckenwassers eingebaut. Weil die Badewassertechnik nach 40 Jahren Betriebsdauer in die Jahre gekommen war und sich Verschleißerscheinungen bemerkbar machten - zeichnete es sich ab: Die Anlage wird nur noch eine begrenzte Zeit zu betreiben sein. Der Anstoß für die Generalsanierung kam 1986 aus dem damaligen Gemeinderat, der unter Bürgermeister Horst Knauer (SPD) beschloss, den Um- und Neubau in die Wege zu leiten.

Plötzlich keine Zuschüsse

Als drei Jahre später mit der Sanierung begonnen werden sollte, waren aber plötzlich die ursprünglich erhoffen Bundesmittelzuschüsse nicht mehr verfügbar. Der finanzielle Eigenanteil der Gemeinde wäre dadurch vielen zu hoch geworden - die Planungen ruhten. Da aber in der Folgezeit immer neue (gesetzliche) Anforderungen an Freibäder gestellt wurden, war der Gemeinderat 1994 erneut gefordert. Er besichtigte erst verschiedene Freibäder, holte sich Anregungen für das "neue" Sonnefelder Freizeit- und Erlebnisbad und erarbeitete gemeinsam einen Entwurf mit einem Architektenbüro.
Vorgesehen war, das neu konzipierte Freibad - dessen Kosten mit damals fünf Millionen Mark veranschlagt waren - auf dem alten Badgelände wieder zu errichten. Dafür wurden 30 Prozent an Zuschussmitteln des Freistaats Bayern und der Europäischen Union in Aussicht gestellt. Es es war auch klar: Würde die Gemeinde die Eigenmittel in Höhe von 70 Prozent nicht aufbringen, wären die Tage des Sonnefelder Freibads gezählt.
Nach gut eineinhalbjähriger Bauzeit wurde das neue Freibad zum Saisonstart 1997 in Betrieb genommen. "Der Aufwand für unser Sonnefelder Freibad ist gerechtfertigt, erfüllt doch ein kommunales Bad als Infrastruktureinrichtung eine wichtige gesellschaftspolitische Aufgabe, in dem es einen Beitrag zur Erhaltung der Gesundheit, zur sportlichen Betätigung sowie zur Erholung und zur Freizeitgestaltung leistet", sagte damals schon Horst Knauer.

Sonne macht das Wasser warm

Und Claus Höcherich spricht heute nicht viel anders. Freilich: Ein Freibad sei für eine Gemeinde immer ein Geschäft, bei dem sie nicht wenig draufzahlt. Aber von seinen Kollegen im Gemeinderat hat der Stellvertretende Bürgermeister bisher noch keinerlei Signale erhalten, dass die jährliche Belastung durch das Bad als zu hoch empfunden wird. Deshalb ist für Claus Höcherich klar, dass es in Sonnefeld noch lange ungetrübten Badespaß unter freiem Himmel geben wird.
Heute stehen den Besuchern das 25 mal 16,66 Meter große Schwimmerbecken, ein Springerbecken, das Erlebnis-Spaßbecken sowie die 57 Meter lange Wasserrutsche zu Verfügung. Das Badewasser wird größtenteils durch die Sonne erwärmt, weil es durch Absorbermatten auf den Dächern des Betriebsgebäudes geleitet wird. Eine Optimierung der Pumpensteuerung bringt eine erhebliche Einsparung beim Stromverbrauch um nahezu 50 000 Kilowattstunden im Jahr. Um den nächtlichen Wärmeverlust des Wassers zu reduzieren und das Aufheizen am nächsten Tag zu ersparen, wird abends auf die Wasserfläche des Schwimmerbeckens eine stark isolierende Badabdeckung gezogen. So erwarten die vielen Gäste angenehme Wassertemperaturen - auch, wenn die Sonne nicht scheinen sollte.

75 Jahre Freibad Sonnefeld - die Feier

Alle Badegäste und Sommerfestbesucher haben am kommenden Samstag freien Eintritt. Spenden, zur Anschaffung eines Sonnensegels für das Kinderplanschbecken, werden aber entgegen genommen. Für das Sonnensegel wird aber auch der Erlös durch den Verkauf des Jubiläums-Weines verwendet. Bereits ab dem Vormittag ist für die jüngsten Besucher eine Hüpfburg aufgebaut. Diese betreuen die Mitglieder der örtlichen BRK-Wasserwachtortsgruppe, die auch mit einem eigenen Info-Stand vertreten sind. Einen Rückblick über die 75-jährige Geschichte des Sonnefelder Freibads hält Zweiter Bürgermeister Claus Höcherich (GUB). Von 16 bis 22 Uhr spielt die Band "Steinzeit". ake