Auf großes Interesse stößt in diesem Jahr das 37. Neustadt-Treffen. Wie Dieter Seyfarth, der Organisator der jährlichen Fahrten zu Veranstaltungen der Arbeitsgemeinschaft "Neustadt in Europa" dem Tageblatt auf Anfrage bestätigt hat, wird im Herbst eine starke Delegation aus Neustadt nach Norddeutschland in die Stadt Neustadt am Rübenberge fahren. "Unser Bus ist quasi schon ausgesucht", sagte Seyfarth, der als ehemaliger Leiter des städtischen Kulturamtes schon zahlreiche Neustadt-Treffen miterlebt hat.
48 Personen haben sich inzwischen für den Ausflug nach Norddeutschland angemeldet. Ein Bus voller Neustadter fährt fast jedes Jahr zu den Neustadt-Treffen. Restplätze für das 37. Neustadt-Treffen gibt es deshalb keine - es existiert lediglich eine Warteliste.

Die am Fluss Leine und nordöstlich vom Steinhuder Meer gelegene Stadt Neustadt am Rübenberge ist vom 11. bis 13. September Ausrichter des Neustadt-Treffens. Der Arbeitsgemeinschaft "Neustadt in Europa" gehören aktuell 37 Neustadt-Städte aus den Niederlanden, Österreich, Polen, der Slowakei, Tschechien, Ungarn und Deutschland an.
Die Gastgeber-Stadt hat sich Dieter Seyfarth auch schon angeschaut - bei der Tagung des Koordinierungsausschusses in der Arbeitsgemeinschaft in der niedersächsischen Stadt. Dort wird das Neustadt-Treffen zusammen mit der 800-Jahr-Feier der Stadt ausgetragen.

Treffpunkt im "Speckgürtel"

Der gastgebende Bürgermeister, Uwe Sternbeck, berichtete dem Koordinierungsausschuss, dass seine Stadt mit einer Fläche von 357 Quadratkilometern - immerhin ein Tausendstel der Fläche Deutschlands - zu den flächengrößten Städten in Deutschland gehört. Wenn auch Neustadt am Rübenberge im "Speckgürtel" von Hannover liege, sei die Stadt mit ihren 33 Stadtteilen "relativ ländlich" geprägt.
Beim Jahrestreffen wird es auch um die Erweiterung der Arbeitsgemeinschaft gehen. Die Stadt Bratislava-Neustadt (Slowakei) besitzt nach Ausführungen des Geschäftsführers, Volker Petri (Breuberg-Neustadt im Odenwald), die formalen Voraussetzungen für eine Mitgliedschaft. "So dürfte einem Aufnahmebeschluss der Bürgermeisterrunde nichts entgegenstehen" vermutet Dieter Seyfarth.

Auf der Tagesordnung der Gespräche beim Koordinierungsausschuss stand auch das Neustadt-Treffen 2016, für das schon vor einigen Jahren die polnische Stadt Nowe Miasto nad Pilica den Zuschlag bekommen hatte. Der dort neu gewählte Bürgermeister erklärte, dass ihm nicht bekannt sei, dass seine Stadt 2016 das Neustadt-Treffen ausrichten solle. Von seiner Vorgängerin sei er nicht informiert worden. Seine nur knapp über 4000 Einwohner zählende Stadt könne so kurzfristig das Neustadt-Treffen nicht ausrichten.

2016 in die Oberpfalz

Ein Problem ist auch, dass im Juli 2016 das Welt-Jugend-Treffen in Krakau stattfindet. Zu dieser Veranstaltung werden rund fünf Millionen Jugendliche aus der ganzen Welt erwartet. Alle polnischen Städte müssten mithelfen, die Gäste unterzubringen. Daher erging die Bitte, dass 2016 eine andere Stadt die Ausrichtung des Neustadt-Treffens übernehmen möge. Nowe Miasto nad Pilica werde entsprechend später ein Neustadt-Treffen ausrichten.

Nach kurzer Diskussion erklärte sich die Vertreter der Stadt Neustadt an der Waldnaab bereit, zu prüfen, ob ihre Stadt die Ausrichtung von 2018 auf 2016 vorzieht. Dazu wäre allerdings ein Stadtratsbeschluss notwendig, der erst in einigen Tagen erfolgen kann. Alternativ wird auch die Stadt Neustadt an der Weinstraße klären, ob sie nach 1986 im kommenden Jahr erneut das große Neustadt-Fest übernimmt. Die Neustadter Delegation bei den vorbereitenden Gesprächen bestand aus Stadtrat Walter Thamm (CSU; in einer Funktion als "Neustadt-Beauftragter") sowie Ingrid Fabisch (Stadtverwaltung) und Dieter Seyfarth. ds/bk