Das 10. Vespa-Ape-Treffen im Itzgrund stand in diesem Jahr unter der Schirmherrschaft von Landrat Michel Busch. Für weit mehr als 400 Fans des legendären Vespa-Rollers war das Treffen ein Höhepunkt im Jahr. Die knatternden Vespas brachten das italienische "Dolce Vita" nach Kaltenbrunn.

Der ehemalige Bahnhof in Kaltenbrunn, "La Stazione", war am Sonntag der Treffpunkt vieler Vespa-Liebhaber aus nah und fern. Guiseppe Sanfilippo sowie Franz und Andrea Jahn haben es diesem Jahr geschafft, weit mehr Freunde der legendären Vespa als in den Vorjahren nach Kaltenbrunn zu locken.

"Josef", der Restaurantbesitzer der Pizzeria "La Stazione" in Kaltenbrunn, ist ein bekennender Vespafan und hat sogar ein kleines Museum eingerichtet. Landrat Michael Busch durfte einen Blick auf die kostbaren historischen Roller werfen. Der Schirmherr hatte selbst eine 80er Vespa. Er sei damit in den 80er Jahren zum Fußballtraining gefahren, erzählte er. Heute, so Michael Busch, bedauere er, sie damals verkauft zu haben. "Es ist ein touristisches Highlight", sagte der Landrat bei seinem Grußwort. Und Andrea Jahn merkte an: "Der Itzgrund wird zum Gardasee und vermittelt ein italienisches Lebensgefühl."


"Einmal Vespa, immer Vespa"

Natürlich war auch Mellie aus Rödental mit ihrer Vespa PK 50 XL wieder dabei. Blickfang war dabei der Anhänger für ihre Jack-Russel-Hündin. "Einmal Vespa, immer Vespa", lautet das Motto für Melanie Trautmann. Sie hat den Anhänger im Vespa-Forum entdeckt und von ihrem Vater wurde dieser zum perfekten Hundeanhänger mit Rund-umsicht umgebaut. "Frei Schnauze fahre ich mit ihrem Vierbeiner gerne durch die Gegend", erzählte Mellie. Und warum muss es eine Vespa sein? "Ich will doch nicht mit einem No-name-Roller fahren."

Horst Reschka wurde Ende der 50er Jahre mit dem Vespa-Bazillus infiziert und hatte in den Glanzzeiten 14 Vespas daheim stehen. Heute nennt er noch fünf sein eigen. Er kam mit der "Cosa" aus dem Jahr 1992 nach Kaltenbrunn gefahren. Er und seine Frau unternehmen gerne auch längere Touren und steuern gerne Biergärten an.
Die "Wolllustigen" mit Andrea, Sofia, Mellie, Sunny, Bianca und Ruth hatten in stundenlanger Arbeit eine Vespa komplett umhäkelt und präsentierten sie bei diesem 10. Vespa-Treffen. Rolf Friedel, ehemaliger Betriebsleiter des Aquaria, kam mit einer Ferrarie-roten 125er Vespa GTS. "Beim Kauf einer Vespa verliert man kein Geld, sie ist eine Wertanlage", wusste er.


Die Ape ist die "Schlechtwetter-Vespa"

Nicht nur Vespas, auch die "Bienen" hatten in Kaltenbrunn ein Stelldichein. Sven Ebert hat sich in eine Ape 50 Cross Country verliebt. Den Einsitzer habe er in Bamberg gekauft, erzählte er. Für ihn sei die Ape eine Art "Schlechtwetter-Vespa", mit der er öfter zum Einkaufen fahre. Eine ganze Euro-Palette passe auf die Ladefläche, schwärmte der Coburger.

Im zur Fahrzeugfarbe passenden Kleid kam Bettina Lulei nach Kaltenbrunn. "Rollerfahren ist Feeling", schwärmte sie. Die 50er Vespa könne sie mit dem normalen Autoführerschein fahren. Ganz neu sei ihre Vespa, verriet sie bereitwillig. Und das dazu passende Motto? Bettina Lulei: "Draufsetzen, glücklich sein und die Natur genießen." Ob mit der Tochter zum Eisessen fahren, mal schnell zum Bäcker oder einfach mit netten Leuten unterwegs sein, das alles mache sie mit der Vespa, es sei ihre Devise, sagte die stolze Vespa-Besitzerin.

Die Veranstalter-Familie Sanfilippo (Kaltenbrunn) sowie Andrea und Franz Jahn (Gleußen) und viele Vespafreunde aus dem Itzgrund hatten sich wieder Etliches einfallen lassen, um den Tag rund um die Vespa attraktiv zu gestalten. So wurden die Fahrzeuge gesegnet, und es wurde die "Franken-Vespa 2017" gewählt.

Motorradhändler Reinhold Dippold hat die Erfahrung gemacht, dass die Roller in der Qualität einfach unschlagbar seien - und das habe aber auch seinen Preis, weiß der Motorradhändler.