"Weil ich in keiner Partei sein wollte", so begründet Stephan Valtin seine Entscheidung, einmal den Freien Wählern beigetreten zu sein. Mit dem gleichen Satz begründet er jetzt, dass er die Freien Wähler verlässt. Inzwischen war er aber längst kein einfaches Mitglied mehr, sondern Vorsitzender der Freien Wähler in Dörfles-Esbach. Mit ihm legten alle Mitglieder des Vorstands ihr Amt nieder.

"Ich war froh, als ich von einer Gruppierung angesprochen wurde, ob ich nicht in den Gemeinderat möchte, die eben keine Partei ist", sagt Valtin, wenn er an seinen Einstieg in die Kommunalpolitik zurückdenkt. Genau das wollte er machen: Politik in der Gemeinde und im Landkreis - vor Ort eben - nicht im Land und nicht im Bund. Er wurde nicht nur Gemeinderatsmitglied, sondern ist jetzt Dritter Bürgermeister seiner Gemeinde. Vom 1. Januar an wird er als "parteilos" geführt. Erst am 31. Dezember endet seine Mitgliedschaft, so sieht es die Satzung vor. Bis dahin könnte er auch Vorsitzender der FW in Dörfles sein, falls sich kein neuer Vorstand zusammenfindet, wenn am 7. September die Mitglieder zur Vollversammlung kommen, um diesen zu wählen.

Schwer auseinander zu halten


Was Valtin und seine Vorstandskollegen Udo Döhler (Zweiter Vorsitzender), Carola Scheler (Kassiererin) und Volker Weigand (Schriftführer) zu dem Schritt bewegt hat, bringt er rasch auf den Punkt. Bisher sind die Freien Wähler als Verein organisiert. Auf Landesebene mussten sie als so genannte "Wählergruppe" auftreten, um im Landtag die bayerischen Geschicke mit beeinflussen zu können. Wollen sie Kandidaten zur Bundestagswahl stellen, müssen sie eine Partei im Sinne des Wahlrechts werden.

"Die Bürger trennen das nicht."


Zwar müssten die Mitglieder des Ortsvereins dieser Partei nicht beitreten. Doch Valtin ist überzeugt: "Die Bürger trennen das nicht". Die rein auf die Kommunalpolitik zielenden Vereine in der Gemeinde und dem Kreis, würden seiner Meinung nach mit der Partei, die in Berlin agiert, in einen Topf geworfen. Das will er für sich persönlich nicht, daher zog er die Konsequenz und trat zurück.

Bei Udo Döhler, dem Bürgermeister von Dörfles-Esbach, geht es nicht nur um den Posten im Vorstand des Ortsvereins der FW. Er ist auch Mitglied des Kreisvorstands. Ob er dieses Amt ebenfalls niederlegen wird, dazu wollte er sich am Donnerstag nicht äußern.

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