Die Wählergruppe Junge Coburger (JC) hat sich ausführlich mit dem Thema Sicherheit im Steinweg beschäftigt. Vor dem Hintergrund, dass auch ein Großteil der Mitglieder dort regelmäßig verkehre, sei intensiv diskutiert worden. Das Ergebnis teilte der JC-Vorsitzende Kurt Knoch gestern mit.

"Wir legen hohen Wert auf Ordnung und Sicherheit - in allen Stadtbereichen und zu jeder Uhrzeit", heißt es in der Stellungnahme. "Klar ist, dass etwas geschehen muss, damit wir die Zustände im Steinweg und anderswo in den Griff bekommen." Die Jungen Coburger hätten mit ihrer Stadtratsanfrage das Thema Vandalismus und Gewalt in Coburg als erste aufgegriffen, wohingegen viele andere Parteien lange die Auseinandersetzung mit "diesem heiklen Punkt" gescheut hätten, so Kurt Knoch.


"Wir nehmen sowohl die Nöte der Anwohner und Geschäftsleute, wie aber auch den Wunsch der meist jungen Menschen, auszugehen und zu feiern, sehr ernst", meint Maximilian Forkel, zweiter Vorsitzender der JC. Beides habe seine Berechtigung und müsse angemessen berücksichtigt werden.

Weitere Konzepte sind notwendig


Die Wählergruppe sieht die Lösung in einem gesunden Mix verschiedener Maßnahmen. Während das Thema Sperrzeitverlängerung innerhalb der JC sehr differenziert diskutiert werde, herrscht Einigkeit darüber, dass die "enorme Konzentration von Menschenmassen in der Nacht" im Steinweg entschärft werden müsse.

"Hätte Coburg endlich eine größere Diskothek, in der das nächtliche Feiern in geregelteren Bahnen außerhalb vielbewohnter Bereiche ablaufen könnte, würde sich besonders der Lärm zu einem Teil in die Disco verlagern - zugunsten der Steinwegbewohner", heißt es in der Mitteilung. Die JC fordern die Stadt daher auf, sich stärker um einen Diskotheken-Investor zu bemühen. Bislang hat die Stadtspitze aus Sicht der Jungen Coburger diesbezüglich nicht alle Möglichkeiten ausgeschöpft.

Neben der Forderung nach einer Diskothek sehen die Jungen Coburger weitere Ansätze, um für Sicherheit und Ordnung zu sorgen, etwa ein umfassendes Jugendhilfekonzept, das nicht nach dem Gießkannenprinzip, sondern zielgerichtet präventiv eingesetzt wird.

Für Gaststätten und Gäste wünschen sich die JC klare Regeln: Alkoholausschank an betrunkene Personen müsse stärker unterbunden und die Einhaltung der Grenzwerte der Musiklautstärke kontrolliert werden. "Verstöße sind schärfer zu sanktionieren." Hier sehen die Jungen Coburger in der Praxis durchaus Spielraum nach oben.
Es müsse zudem auch öfter gelingen, Gewalttäter und Randalierer zur Verantwortung zu ziehen.

Die Jungen Coburger erinnern an den Kommunalwahlkampf 2008, als sie für die Forderung nach einer probeweisen Videoüberwachung im Steinweg massiv von SPD, Grünen und CSB angegangen worden seien. "Es kann nicht sein, dass wir am ZOB Videokameras einsetzen, um die Sauberkeit der Betonwand zu gewährleisten, die selbe Maßnahme zum Schutz von Menschen in besonders kritischen Bereichen hingegen ein Tabu sein soll."