Was für ein Spiel!? - Viele der 578 Fans in der HUK-Arena hatte Ende des vierten Satzes schon missmutig ihre Rucksäcke und Taschen geschultert und waren im Begriff, die Halle zu verlassen, als die Zweiligavolleyballer wie "Phoenix aus der Asche", das Spiel drehten und zwei wichtige Punkte im Abstiegskampf gegen Rüsselsheim mit 3:2 einfuhren.
Das Spiel gegen den hessischen Zweiligavertreter startete für die VSG sehr erfolgversprechend. Über 6:4, 11:5 und 16:10 bauten die Mannen um Trainer Maric den Vorsprung vor heimischer Kulisse Punkt für Punkt aus. Es war allerdings, wie man vielfach im Publikum hörte, wieder "das alte Lied". Die Vestestädter leisteten sich immer wieder leichte Fehler und ließen die Gäste herankommen, um schließlich am Satzende 23:25 zu verlieren.
"Es ist eigentlich unglaublich und unerklärlich, was uns da immer passiert", meinte der verletzte Zuspieler Timo Köhler nach dem ersten Satz schon etwas ratlos.
Der zweite Satz fing die VSG wieder furios an und setzte mit gutem Aufschlagspiel den Gegner aus Hessen gehörig unter Druck. Die Annahme der Gäste zeigte öfters Schwächen und der gute VSG-Block griff immer wieder zu. Eine Aufschlagserie von Spielmacher Patrick Speta brachte die VSG schließlich fünf Punkte in Führung. Die Mannschaft war nun konzentriert genug, den Satz nach Hause zu bringen und auszugleichen.
Es entwickelte sich nun ein offener Schlagabtausch in Durchgang drei. Auf Seiten der VSG waren es vor allem Hans-Peter Nürnberger und Evegeny Metelski, deren Angriffe im gegnerischen Feld einschlugen. Die Rüsselheimer hielten mit Kampfgeist und einer geringen Fehlerquote dagegen. Am Satzende sorgten dann zwei sehr starke Abwehraktionen der Gäste für den erneuten Satzrückstand der VSG.
Mit dem Rücken zur Wand erwartete das Publikum nun ein Aufbäumen, sah sich aber gleich zu Beginn enttäuscht und 4:8 zeigte die Anzeigetafel in der HUK-Arena bei der ersten technischen Auszeit. Angefeuert durch das Publikum gelang es zwar wieder, ins Spiel zu finden, aber beim 20:24 glaubte keiner mehr an ein Comeback der VSG. Trainer Maric wechselte Steffen Reinsch zum Aufschlag ein und zog damit seine letzte Wechselmöglichkeit.

Serie von Matchbällen abgewehrt


Dieser bewies Nervenstärke und servierte vier Aufschläge in Serie, die der Gegner nicht zum Punkt umsetzen konnte. Mit jedem abgewehrten Matchball stieg die Stimmung im Publikum und das Selbstvertrauen, das man in den letzten Wochen oft vergeblich suchte, war plötzlich allen Spielern ins Gesicht geschrieben. Jeder Aktion folgten nun pure Emotionen und die Fans hielt es nicht mehr auf den Sitzen. Weitere drei Matchbälle wehrte die VSG Coburg/Grub durch Nürnberger und Metelski nun ab und konnte erstmals bei 30:29 in Führung gehen. Diese Chance zum Satzausgleich nutze der VSG-Block und die Halle kochte vor Begeisterung.
Kaum hatten sich die Fans wieder gesetzt, kam die Ernüchterung. Tobias Bönig servierte drei direkte Aufschlagwinner und brachte die Hessen mit 3:0 in Führung. Trainer Milan Maric griff sofort zur Auszeit und machte deutlich, wie nah man nun am Sieg sei und forderte, dass jeder Spieler alles aus sich herausholen müsse. Lukas Gudas verwandelte den nächsten Angriffsball nach dem Time-Out und ging entschlossen zum Aufschlag. Gleich fünf Mal brachte er den Ball ins Spiel und die VSG kämpfte sich durch klasse Abwehraktionen und cleveres Angriffsspiel zurück in die Partie. Als zweiter kam Patrick Speta beim Stand von 5:4 aus Sicht der VSG zur Angabe und dies sollte ein Startschuss für einen denkwürdigen Tie-Break in der HUK-Arena sein. Daniel Lottes gelang es in der Folge fünf gegnerische Angriff spektakulär zu blocken und "We will block you!" schallte es mehrmals durch die Halle. Die Partie war entschieden, als der Rüsselheimer Johann Löwen, nach einer vermeintlichen Fehlentscheidung, bei 10:4, eine Bestrafung des guten Schiedsrichters Mathias Wenzel erhielt. Am Ende gewannen die Hausherren deutlich mit 15:6 ihr 5. von zehn Heimspielen. Nach dem Schlusspfiff brachen alle Dämme, die Spieler, Offizielle und Fans klatschten sich ab und vielen sich in die Arme.
"Darauf mussten wir so lange warten, wie geil das wir das noch drehen konnten", brachte es Heimspiel-Koordinator Florian Rose auf den Punkt.