"Man muss den Tanzsport mit Leidenschaft machen, das ist ganz wichtig. Und man macht es wirklich nur, wenn man dafür brennt", sagt Marina Eick. In der aktuellen Session ist die 23-Jährige Gardekönigin der Tanzsportgarde Coburger Mohr. Dass sie den Verein einmal bei Veranstaltungen wie dem Prinzentreffen in Stadtsteinach repräsentieren, eine Antrittsrede vom Coburger Rathausbalkon aus halten oder gar die Bundeskanzlerin treffen würde, hätte sich Marina Eick sich nicht träumen lassen, als sie mit dem karnevalistischen Tanzsport begann.
"Das ist jetzt 15 Jahre her", sagt die junge Frau, die im neunten Jahr in der Königsgarde tanzt. Als Kind wurde sie gefragt, ob sie gerne in der Garde tanzen will. "Ich habe meine Mutter angeguckt und dann einfach Ja gesagt. Ich wusste nicht, was das bedeuten könnte und was jetzt auf mich zukommt." Aus einem Schnuppertraining wurden zwei. "Irgendwann war ich in der Aufstellung drin.
Und dann kam die Leidenschaft." Die ist bis heute ungebrochen.
Einen Verein zu repräsentieren bedeutet nicht, nur ein schönes Kleid zu tragen und hübsch zu lächeln. "Das ist natürlich auch mit Aufgaben verbunden und vor den beiden Reden auf dem Rathausbalkon und bei den Frankenmasters hatte ich sehr viel Respekt", sagt Marina Eick. Sie fragte sich, ob sie dem auch gewachsen sei. "Das war schon ganz schön nervenaufreibend. Doch als ich es dann geschafft hatte und Zustimmung bekam, ist mir ein Stein vom Herzen gefallen", freut sie sich.
Marina Eick trainiert als Co-Trainerin neben Dominique Scholz die Juniorengarde. "Ich schaue auch wahnsinnig gern zu und freue mich, wie sich die jungen Tänzerinnen im Laufe der Session steigern", sagt sie. Vor allem die Freitage haben es in sich: Nach der Arbeit geht es direkt in die Halle zum zweistündigen Juniorentraining, dann ist sie selbst an der Reihe. Zwei Mal pro Woche trainiert sie mit der Königsgarde. "Wenn es auf Turniere zugeht, auch mehr." Was auf der Bühne oft so leicht aussieht, bedeutet viele Stunden harte Arbeit und Disziplin.
Ein weiterer Höhepunkt der Session war der Besuch bei Bundeskanzlerin Angela Merkel im Januar in Berlin: Marina Eick staunte nicht schlecht und war völlig perplex, als sich die Kanzlerin auf einmal bei ihr einhakte und mit ihr schunkelte. "Das ging alles so schnell. Frau Merkel schaute uns zu und fand es toll, wie wir tanzten."
Nach so vielen Höhepunkten geht es jetzt noch einmal so richtig zur Sache: An diesem Wochenende stehen in Coburg die oberfränkische und fränkische Meisterschaft an. "Das wird bestimmt spannend, denn der Coburger Mohr ist oberfränkischer Meister und Vizemeister hinter den Nürnbergern", sagt die Gardekönigin. Im März folgen die süddeutsche Meisterschaft in Bayreuth - ausgerichtet vom Coburger Mohr - und dann die deutsche Meisterschaft in Köln.
Wie schon immer, wird ihre Mutter Brigitte sie auf alle Turniere begleiten. In Köln wird sich Marina mit ihrer besten Freundin treffen, die jetzt dort lebt und früher auch beim Coburger Mohr tanzte. "Da freue ich mich schon sehr drauf." Überhaupt sind ihr Freundschaft und ein gutes Miteinander in der Gemeinschaft wichtig. "Da würde mir richtig was fehlen, wenn ich das nicht hätte."