Schiller - unser Heiligtum. Aber sein einst Tumulte auslösendes Schauspiel "Die Räuber", ob die noch sein müssen, live auf der Bühne, das fragt man sich tatsächlich nach der neuesten Premiere am Landestheater Coburg. Schauspielchef Matthias Straub hat mit seinem ambitionierten Ansatz einiges versucht und gewagt. Doch statt Fragen nach Wert und Reichweite von Utopien und Lebens idealen in heutiger Zeit stellt sich die Frage nach Schiller. Was, wohlbemerkt, durchaus auch eine Aufgabe von Theater ist.

Packende Szenen, aber auch fast drei Stunden voller Brüche, die Matthias Straub immer öfter stehen und liegen lässt zwischen Sturm- und Drang-Geplärre des 18. Jahrhunderts, heutiger, aber doch auch längst zerklirrter Revoluzzer-Emphase, zwischen ewiglicher Liebe und Suche nach der eigenen Persönlichkeit. Am Schluss schmerzen die Phrasen, Schiller rauf oder runter.