"Die Queen dankt Ihnen allen für den Brief und die freundliche Botschaft, die Sie ihr zu ihrem 90. Geburtstag schickten", heißt es in dem Schreiben aus dem Buckingham Palace, welches jüngst im Bürgerhaus Linde in Ahorn eintraf. Die Queen sei zutiefst bewegt gewesen von den zahlreichen Glückwünschen, die sie zu ihrem runden Geburtstag erreichten. Aufgrund der überwältigenden Anzahl an erhaltenen Botschaften sei es erst jetzt möglich gewesen, zu antworten, schreibt Hofdame Mary Robinson im Auftrag ihrer Majestät weiter.
"Wie lange es dauert, bis wir eine Antwort bekommen, das ist unterschiedlich", erklärt Marianne Krüg, die den Ahorner Englischkurs leitet. "Als wir Prinz Charles zum 65. Geburtstag gratuliert haben, hat es nur zwei Wochen gedauert. Aber die Queen hat natürlich mehr Post bekommen."

Der Kurs gratulierte Queen Elizabeth und Prinz Philip auch schon zum 65. Ehejubiläum 2012; William und Kate erhielten Post zur Geburt ihrer Kinder George und Charlotte - und auch zu deren Geburtstagen verfassten die Kursteilnehmer bereits Glückwunschschreiben. "Die Ideen für den Text sammeln wir immer gemeinsam", so Krüg. "Jeder bringt ein, was er sagen möchte. Dann formulieren wir es auf Englisch, und ich setze es am Computer auf."


Antworten in vollendeter Form

Eine Antwort bekam der Kurs bisher immer - und zwar in vollendeter Form: Die Queen etwa ließ als Dank für die jüngsten Geburtstagswünsche eine edle Karte mit aufgedruckten Initialen, Foto, Wappen des Buckingham Palace und Widmung schicken. Anbei lag das Schreiben der Hofdame, adressiert an "Miss M Krüg, Teacher and the Students - The Prime Age English Course, Bürgerhaus Ahorn".

"Ich finde es toll, dass wir hier im Kurs das Englische so praktisch anwenden", sagt Kursteilnehmerin Ingrid Fiedler. "Grammatik muss natürlich auch manchmal sein, aber das Schöne an unserer Englischstunde ist die Konversation, das Praktische." Kurskollegin Sonny Antonius stimmt ihr zu: "Wir lernen auch viel Allgemeinwissen und Landeskunde." Und Renate Heß ergänzt: "Ohne unsere Frau Krüg wäre nichts davon möglich - niemand sonst hat so viel Sachkenntnis und Engagement!"


So macht Sprachen lernen Spaß

Zusammen wird nicht nur gepaukt, es gibt auch Weihnachtsfeiern oder gemeinsame Ausflüge. "Sprachen lernen soll ja auch Spaß machen", sagt Kursleiterin Krüg. Und das tut es auch: Sonny Antonius, Renate Heß und noch einige mehr sind seit der ersten Kursstunde dabei, und auch die meisten anderen kommen jedes Volkshochschul-Semester aufs Neue zum Prime-Age-English-Course nach Ahorn - zum Teil sogar von weit weg, aus Gestungshausen und Mengersgereuth-Hämmern.

Der Kurs ist immer ausgebucht - neue Interessenten müssen bis auf Weiteres mit einem Wartelistenplatz vorlieb nehmen. "Prime Age bedeutet übrigens, dass wir im besten Lernalter sind", erklärt Marianne Krüg. Damit müssen sich die Teilnehmer nicht einmal vor der Queen verstecken: Die älteste Kursteilnehmerin ist 95 und hat der englischen Königin damit sogar fünf Jahre voraus. Und ans Aufhören denkt hier niemand - im Gegenteil: Der nächste Brief ist schon in Planung: "Wir schreiben auf jeden Fall wieder zu Prinz Harrys Verlobung", so Krüg.