Zwischen Möbelwagen und Umzugskartons begrüßten Pfarrer Andreas Sauer, die Mitglieder des Kirchenvorstands und der Posaunenchor ihre neue Seelsorgerin auf das Allerherzlichste. Pfarrersfrau Gisela Sauer hatte dazu einen leckeren Begrüßungskuchen gebacken.

Im schmucken Pfarrhaus sind mit der jungen Theologin neues Leben und Heiterkeit eingekehrt. Alles, was die Seelsorgerin liebt und ihr am Herzen liegt, brachte sie mit. Für ihren Lebenspartner André war es selbstverständlich, mit nach Neustadt zu reisen. Schließlich sei die Münchner Uni, an der er derzeit noch studiert, nicht wirklich weit weg. Außerdem böten die Semesterferien genügend Zeit, in Neustadt zu verweilen und zu pendeln.


Zwei Hunde, zwei Kaninchen

Ebenso mit im Gepäck hatte die neue Pfarrerin Chewbacca und Soraya, zwei verschmuste Hunde, die ihr Frauchen nicht aus den Augen lassen. Schließlich hatten beide Vierbeiner als streunende Straßenhunde das größte Los ihres Lebens gezogen, als sie Familienmitglieder wurden. Auch die Kaninchen Lala und Rudi sind aus der Familiengemeinschaft nicht wegzudenken. "Das sind alles meine Tiere, und die konnte ich doch nicht in München zurücklassen", so Bettina-Maria Minth.

Noch arbeiten die Handwerksleute am Pfarrhaus. Schließlich soll sich die Pfarrerin in ihrem neuen Zuhause richtig wohlfühlen. Seit dem ersten Advent, als Pfarrerin Patricia Pretzsch nach sieben Jahre in Neustadt verabschiedet worden war, war die zweite Pfarrstelle von St. Georg vakant.

Pfarrer Sauer und sein engagierter Kirchenvorstand präsentierten mit einem gelungenen Video "Gemeinde sucht Pfarrer oder Pfarrerin" die Neustadter Kirchengemeinde. "Ich war begeistert, als ich auf der Suche nach meiner ersten Pfarrstelle diesen Beitrag sah", erzählt Bettina-Maria Minth. "Der Muppberg, die schöne Umgebung, das hatte mir auf Anhieb sehr gefallen. Wir haben schon viel Gutes gehört und das dann auch im Video gesehen. Ja, ich freue mich richtig auf das ländliche Leben hier", so die Wahlmünchnerin, die in Schwabing zu Hause war.


In Rumänien geboren

1985 in Urwegen, einer siebenbürgisch-sächsischen Ortschaft in Rumänien geboren, kam die kleine Bettina-Maria mit ihren Eltern 1986 nach München. Dort wuchs sie mit ihrer älteren Schwester Sabine und dem jüngeren Bruder Markus in einer christlich geprägter Familie auf. Vater Michael war Mesner und Hausmeister in der Münchener Kreuzkirche, "dort verlebte ich glückliche Kindertage".

So stand für sie nach dem Abitur 2005 schnell fest, in evangelische Theologie zu studieren, obgleich sie auch einen Studienplatz für das Lehramt hatte. "Der Lehrerberuf mit der Gebärdensprache, das faszinierte mich auch." 2013 begann sie in der Waldkirche Planegg ihr zweijähriges Vikariat. "Da habe ich den Pfarrberuf richtig lieben gelernt". Neben den Gottesdienstfeiern sowie den geistlichen Amtshandlungen sei ihr die Kinder- und Jugendarbeit besonders wichtig. "Ich finde es sehr reizvoll, was für geniale Impulse Kinder und Jugendliche Erwachsenen geben."


Einführung am 13. September

Am Sonntag, 13. September, wird Pfarrerin Minth im 10-Uhr- Gottesdienst in der Stadtkirche offiziell vorgestellt. "Darauf freue ich mich ganz besonders, möchte die Gemeindemitglieder und die vielen Ehrenamtlichen auch persönlich kennenlernen."