Am 16. August war es wieder geschafft: Die Freunde Rumäniens konnten einen weiteren Hilfstransport nach Rumänien bringen. "Wir werden oft gefragt, ob Hilfslieferungen dort immer noch gebraucht werden. Die Frage ist nicht verwunderlich, in Anbetracht der inzwischen auch touristischen Vermarktung Rumäniens und der enormen Probleme weltweit, die uns geradezu überschütten", so Bettina Fröba-Schultheiß.

Die Organisation hat sich 2002 gegründet. Für die rumänischen Partner sind die Hilfslieferungen nach wie vor überlebenswichtig. Neben der materiellen Versorgung vieler einzelner Personen durch die dortige Caritas sind sie ein wichtiger Faktor für die Aufrechthaltung sozialer Einrichtungen. Die Hilfe ist seit vielen Jahren kontinuierlich. Zweimal im Jahr schickt die ehrenamtliche Gruppe je einen Sattelzug vollgepackt mit Hilfsgütern. Die Menschen verlassen sich darauf.


Ordensfrauen übernehmen die Pflege

Im Altenheim der Sr. Elisabetta im Kreis Jasi werden Menschen aufgenommen, die über keinerlei Einkommen verfügen. Die Pflege übernehmen Ordensfrauen, doch für die laufenden Kosten kommt niemand auf. Jede Windel aus Deutschland, jedes Lebensmittel, jede Geldzuwendung entlastet die Schwestern nicht nur finanziell, sondern nimmt ihnen auch einen Teil der existenziellen Sorgen.

Ähnliches gilt für die 20 Kinder im Waisenhaus der Ordensfrauen. Geld für Kleidung, Schulzeug und Schuhe ist nur schwer zu beschaffen. Auch hier springt die Coburger Hilfsorganisation ein. Sehr dankbar war Schwester Elisabetta über den Erlös aus dem Verkauf der Weihnachtsplätzchen, die Coburger Kommunionkinder von St. Augustin selbst gebacken und verkauft haben. Ebenso über die Blockflöten, die angeschafft und jetzt überreicht werden konnten. Das Kloster ist Anlaufpunkt für die Jugendlichen des Dorfes und bietet viele Aktivitäten an. Es ist das einzige Freizeitangebot für die Heranwachsenden in einem weit abgelegenen Dorf in der rumänischen Moldau.

Bettina Fröba-Schultheiß und ihre Tochter Anna-Carina kümmerten sich vor Ort nicht nur um den Transport. Sie besuchten auch Kinder, die im vergangen Jahr an der Ferienfreizeit der Freunde Rumäniens teilnahmen.
"Als wir Elena auf der Straße trafen, konnte das kleine Mädchen es gar nicht fassen, uns hier wiederzusehen" so Anna-Carina Schultheiß, selbst Erzieherin. Die Zehnjährige ist dünn und blass. Sie lebt mit den vier Geschwistern, zwei davon sind behindert, in einer ärmlichen Behausung. Der Vater ist bereits tot. Die Mutter arbeitet, als die Coburger Helfer dort eintreffen. Die Kinder sind unternährt, die wenigen Lei, die die Mutter als Magd verdient, reichen hinten und vorne nicht.


Nur etwas Maisbrei

Mahlzeiten gibt es nicht, immer nur ein bisschen Maisbrei. "Manchmal fallen die Kinder einfach um, können sich nicht auf den Beinen halten. Wir erleben es immer wieder wenn die Kleinen zu uns ins Kloster oder in die Kirche kommen" so Cristina, die Sozialassistentin aus dem Kloster. Die Coburger geben dort ein Wäschepaket ab mit Schuhen und dicken Jacken für den kommenden Winter und auch einen Karton mit Lebensmitteln.

Im Verlauf einer Woche besuchen die beiden deutschen Ehrenamtlichen sämtliche Einrichtungen, die unterstützt werden und sie nehmen neue Aufgaben mit nach Hause. Der Weg endet in Sibiu/Hermannstadt in der Mitte Rumäniens in Siebenbürgen. Die Kulturweltstadt glänzt mit der neu renovierten Innenstadt. Die vielen Straßencafés sind bis in die späte Nacht gut besucht. Es wird gelacht, viel Deutsch gesprochen, denn viele Auswanderer kommen in den Sommermonaten zurück in die alte Heimat. "Fast könnte man der Meinung sein, man befände sich in einer anderen Welt, in einem anderen Land. Aber auch hier stoßen wir immer wieder auf bittere Armut" so Fröba-Schultheiß.

Vor dem Tag der Abreise treffen die Helfer aus Coburg die deutschsprechende Erzieherin Lucia.
Sie ist die Leiterin einer deutschen Gruppe im Kindergarten. Dankbar nimmt sie den mitgebrachten Karton deutschsprachiger Spiele und Kinderbücher an. Nach der Rückkehr in Deutschland schreibt Lucia: "Ich danke euch so sehr, wir haben kaum Spiele, schon gar kein deutsches Arbeitsmaterial im Kindergarten. Das Geld fehlt, um etwas anzuschaffen, die Eltern können wir privat damit nicht belasten. Es fehlt den Familien sowieso schon an allem. Und ich habe einen Unterrichtsplan einzuhalten, den ich Dank eurer Hilfe jetzt erfüllen kann."
Die Freunde Rumäniens nehmen ab Ende September wieder Waren an. Auch zur Transportfinanzierung werden dringend Spendengelder benötigt.

Kirchenstiftung St. Augustin , Freunde Rumäniens
IBAN: DE91 7509 0300 1409 0323 20
BIC: GENODEF 1M05
Informationen unter Facebook "Freunde Rumäniens"
E-Mail: freunde-rumaeniens@gmx.de
telf. Kontakt: 0162/2427821