Es lag daher nahe, dass Schulleiter Oberstudiendirektor Burkhard Spachmann in seiner Ansprache das eine oder andere Zitat in Sachen Bildung von Martin Luther in Erinnerung rief. Spachmann betonte, dass Martin Luther schon immer seine Umwelt höchst engagiert angeregt habe, Kindern Schulbildung zu ermöglichen. Eltern wurden stetig aufgefordert, "ihre Kinder zur schulen zu halten". An die zahlreich anwesenden Eltern gewandt stellte der Schulleiter fest: "Bei Ihnen hat das geklappt."

Den Absolventen attestierte Burkhard Spachmann, dass sie das nötige Rüstzeug für den Aufbruch in einen neuen Lebensabschnitt erhalten hätten. Wieder gab ihm Luther eine Vorlage, als er feststellte, dass der Reformator seine Ängste angenommen und überwunden habe. Spachmann weiter: "Ängste sind normal und man kann sie gebildet und damit für nahezu alle Situationen gerüstet wohl überwinden. Dies garantiert unser Bildungsweg am Casimirianum."


Mit Luthers Worten

Nach seinen Worten haben die Absolventen ihren Bildungsweg mit allen Höhen und Tiefen erfolgreich gemeistert. Der Schulleiter stellte fest: "Am Anfang braucht man Mut, damit man am Ende glücklich ist." Er appellierte an die Abiturienten, das gewonnene Bildungsgut zielbewusst in die Zukunft zu investieren. "Hören Sie auf Ihre Ängste und gehen Sie wie weiland Luther offensiv damit um", betonte Spachmann. Sicherlich könnten die Abiturienten des Casimirianums alternative Fakten entlarven, im sogenannten postfaktischen Zeitalter die Gefahr des "Nichtwissenwollens" erkennen und mit der Informationsflut souverän umgehen. Auch forderte er die jungen Erwachsenen auf: "Gehen Sie irgendwelchen Eiferern wie Erdogan oder Putin nicht auf den Leim." Noch einmal mit Worten von Martin Luther fasste er die Notwendigkeit der Bildung treffend zusammen: "Dummheit regiert, wenn Bildung krepiert." Die frisch gebacken Absolventen bezeichnete der Oberstudiendirektor als die "Helden von morgen". Spachmann weiter: "Sie können stolz auf ihre Leistung sein. Dieser Tag heute ist Ihr großer Erfolg."


Ein guter Jahrgang mit einer schönen Spitze

Der Abiturjahrgang 2017 sei für ihn ein guter Jahrgang mit einer schönen Spitze. Mit der "Spitze" meinte er Sandy Easton, die ihr Abitur mit der Traumnote 1,0 bestand, sowie Johannes Ulmann und Theresa Brückmann, die auf einen Notendurchschnitt von 1,1 stolz sein können. Zu diesem Spitzentrio gesellen sich mit Daniel Werner (1,2), Julia Eschrich (1,3), Mia Kessler (1,3), Rahel Willmer (1,3), Hendrik Alsmann (1,4), Willy Mauser (1,4), Julia Schröder (1,4), Hannah Glaser (1,5) und Thomas Möller (1,5) weitere neun Einser-Abiturienten. Insgesamt hätten 24 Absolventen eine eins vor dem Komma, berichtete Spachmann. 60 Prozent aller Prüflinge hätten mit der Note "sehr gut" oder mit einem sehr ordentlichen "gut" abgeschlossen.

Neben dieser "Spitze" konnte Burkhard Spachmann an 20 Abiturienten insgesamt 56 weitere Auszeichnungen vergeben. Prämiert wurden unter anderem herausragende Leistungen in einzelnen Unterrichtsfächern und besonderes Studienfachinteresse. Über ein Startstipendium des Coburger Convents konnte sich Sandy Easton freuen. Der Schulleiter bezeichnete die Geehrten als "unsere Elite am Casimirianum".

Damit das Gymnasium seinem selbst gestellten Auftrag nachkommen kann, Schüler nicht nur zu fördern, sondern deren Leistung auch zu belohnen, ist es auf Unterstützung von Mäzenen und Förderern angewiesen. Spachmann dankte allen Wohltätern des Casimirianums.


"Wie in der Fahrschule"

Viele Gedanken machten sich Frederic Füldner und Younes Ergin darüber, den Weg hin zum Abitur aus Sicht der Schüler zu beschreiben. Die beiden verglichen das Ganze mit der Fahrschule: Anmeldung - theoretischer und praktischer Unterricht - Fahrprüfung. Abschließend stellten sie fest: "Auch wenn unser Abitur nicht in den Geschichtsbüchern erscheint, wir alle haben ein Stück persönliche Historie geschrieben."