Wenn Bürgerversammlungen Gradmesser der Zufriedenheit der Bürger sein können, dann sind die Einwohner von Lautertal wohl sehr zufrieden. Bei den vier Bürgerversammlungen in Rottenbach, Tiefenlauter, Oberlauter und Unterlauter wurden nur kleinere Probleme angesprochen.

Zunächst brachte Bürgermeister Sebastian Straubel (CSU) die Anwesenden auf den neuesten Stand, was alles in der Gemeinde geschehen ist und umgesetzt wurde. Er ging dabei ausführlich auf die Themen "Familienfreundliches Lautertal" und das "soziale Lautertal" ein. 2016 war laut Straubel das Jahr mit den höchsten Investitionen in der Geschichte der Gemeinde. Auch wenn viel Geld ausgegeben worden sei, liege der Schuldenstand der Gemeinde mit 330 Euro je Einwohner weit unter dem Landesdurchschnitt. Straubel weiter: "Die finanzielle Lage Lautertals ist stabil."

"Eigentlich habe ich gedacht, die Sache ist ausgestanden, aber dem ist leider nicht so", meinte Straubel und kam auf die unsägliche Diskussion über die "Werra-Bahn" zu sprechen. Er betonte hierbei deutlich, dass Lautertal nicht gegen einen Lückenschluss sei, aber nicht auf der alten Trasse. Den Befürwortern riet er, sich die Örtlichkeiten aus der Nähe zu betrachten, um dann zu erklären, wie auf dem Areal eine zweigleisige Trasse entstehen soll.


Neue Kämmerin

Auch über personelle Entscheidungen informierte das Gemeindeoberhaupt. Nachdem der langjährige Kämmerer und Bauamtsleiter Horst Engelhardt in den Ruhestand geht, wird Antje Süße am 1. Februar 2017 die Kämmerei übernehmen. "Eine Ausschreibung für die Stelle als Bauamtsleiter läuft derzeit", ließ Straubel weiter wissen.

Nach seinen rund 75- minütigen Vortrag bekamen die Bürger Gelegenheit, Wünsche, Anregungen oder auch Kritik zu artikulieren. Die Wortmeldungen hielten sich aber in deutlichen Grenzen.

Bei der jüngsten Versammlung in Unterlauter gab es Beifall, als Sebastian Straubel das Thema der Ampelanlage im Bereich Apotheke/Arzt in Unterlauter ansprach. Nach langen Verhandlungen sei es gelungen, dass der Landkreis dort eine feste Anlage installiert. Zweimal sei die provisorische Anlange umgeworfen beziehungsweise mit einer Eisenstand oder einem Baseballschläger beschädigt worden. Der oder die Täter hätten 28 000 Euro Schaden angerichtet. Den Dank der Bürger werde er an Landratsamt und Polizei weitergeben, die maßgeblich dafür verantwortlich seien, dass der Fußgängerüberweg entstehen konnte.

Nach Meinung von Renate Schmidt nehmen zu viele Autofahrer Abkürzungen durch Wohngebiete. Sie bat deshalb darum, mehr Pfosten, wie im Hirtengäßchen schon geschehen auf den Fahrbahnen anzubringen, um Straßen auf diese Weise zu sperren. Welche Straßen und Wege sie dabei im Visier hatte, kam nicht zur Sprache. Bürgermeister Straubel sagte zu, in einem persönlichen Gespräch die Thematik näher zu erörtern.


Messgerät wird aufgestellt

Egon Schad beklagte, dass auf der Durchgangsstraße von Coburg kommend viel zu schnell gefahren werde. "Die rasen dort", sagte er. Straubel erklärte, die Polizei werde erst dann tätig, wenn tatsächliche Auffälligkeiten dokumentiert seien. Im Großen und Ganzen würden in Lautertal Geschwindigkeitsspitzenwerte erzielt. Er sagte zu, die gemeindeeigene Geschwindigkeitsmesstafel an der Kreisstraße aufstellen zu lassen, um aussagekräftige Zahlen zu erhalten.

Rita Rathmann monierte, dass in der Gothaer Straße eine Straßenlampe von Bäumen eines Privatgrundstückes eingewachsen sei. Straubel sagte, die Gemeinde habe sich wegen dieses Sachverhalts bereits mit dem Eigentümer in Verbindung gesetzt.

Ein dunkler Weg war auch in Oberlauter ein Thema. Matthias Pöthig wies darauf hin, dass im Wirtschaftsweg zwischen der Meeder und Beuerfelder Straße die Beleuchtung fehle. Da dieser Weg oft von Spaziergängern genutzt werde, sollte hier eine Nachbesserung erfolgen.