Was als Spezereihandlung mit einem überschaubaren Sortiment an Lebensmitteln, Gewürzen, Salzheringen sowie Pulver und Schrot ins Leben gerufen wurde, entwickelte sich zur angesehenen Kolonialwarengroßhandlung und später zum Feinkostgeschäft.


10 Groschen 6 Pfennige "Bürgersteuer"


"8 Groschen 4 Pfennige terminliche Steuer, von seiner Person 10 Groschen 6 Pfennige als sogenannte Bürgerbäth oder Bürgersteuer und 8 Groschen 4 Pfennig an Nachgeld zur Ablösung der Nachpflichtigkeit", wie es in einem Protokoll aus dem Coburger Ratsarchiv heißt, hatte der junge Geschäftsmann zu entrichten, als er die Spezereihandlung auf dem Polizeibüro anmeldete. Denn wer zur damaligen Zeit ein solches Geschäft betreiben wollte, musste ein entsprechendes Vermögen nachweisen und auch aufwenden.



Fünf Meter lange Feinkostkühltheke


Über fünf Generationen hinweg galt es, Geschäftshaus und Sortiment immer wieder den rasch wachsenden und sich den rasant verändernden Bedürfnissen der Kundschaft anzupassen. So wurde das Haus unter anderem in dritter Generation zum ersten Selbstbedienungsgeschäft in Coburg umgestaltet oder beeindruckte in vierter Generation Ende der 70er Jahre mit einer fünf Meter langen Feinkostkühltheke. Auch heute, da die Firma eine Verwaltungs-GmbH & Co. KG ist, befindet sich das Unternehmen noch in Familienbesitz.


Krieg, Inflation und Zwangswirtschaft


Wie es der Familie gelang, trotz Kriegen, Inflation, Zwangswirtschaft und Schicksalsschlägen das Unternehmen über mehr als ein Jahrhundert hinweg familiengeleitet weiterzuführen, können Interessierte im Digitalen Stadtgedächtnis unter www.stadtgeschichte-coburg.de erfahren.